Wallfahrt und Hutschastubn
Maria Stock und Egerländer in Falkenau 5.- 7. 7. 2019

Ein verlängertes Wochenende kann man verschieden erleben: dieser Artikel erzählt, wie ihn gläubige Egerländer auf dem Pilgerweg nach Maria Stock, in Maria Stock selber und in Falkenau erlebten.

Der Bund der Deutschen in Böhmen ist Mitorganisator der Dt.- tschechischen Wallfahrten in Maria Stock (Skoky). Schon seit der Wende wird nicht nur christlich das Fest Mariä Heimsuchung in der Wallfahrtskirche bei Luditz gefeiert, sondern es finden auch Begegnungen zwischen den ehemaligen deutschen Bewohnern und der jetzigen tschechischen Bevölkerung statt. Die letzten neun Jahre kann man in drei Tagen auch den Maria Stocker Pilgerweg erleben: mit 65 Kilometern in drei Tagen wird so richtig gepilgert. Der längste Abschnitt ist am zweiten Pilgertag zu schaffen: 30 Kilometer über Feld-und Waldwege oder Asphaltstraßen: eine echte Herausforderung! Wenn man aber für eine starke Intention diesen Marsch unbedingt machen will, steht ein krankes Knie auch nicht im Weg.

Im Gras versunken

Der Start zum zweiten Pilgertag fand am Freitag, den 5. Juli in Neschikau (Nežichov) um neun Uhr statt. Um denTscheboner Berg herum  beteten die elf Pilger das erste Gebet in der Kapelle in Tschebon (Třebouň). Am alten Theusinger Wasserwerk hielten die tapferen Pilger nur kurz an, damit das Lebensmittelgeschäft in Gosmaul (Kosmová) nicht zumacht. Dort wurde nämlich die erste größere Pause gemacht. Der schwierigste Wegabschnitt folgte nun: übers Feld, durch den Wald, über Gleise und wieder übers Feld: gut, dass man gut gegen die Zecken eingeschmierte Beine hatte. Auch der Weg bei den Sattler-Teichen war vom Vorsitzenden des Vereines Unter dem Dach, Jiří Schierl, gut gemäht und es ging alles sehr schnell voran, ohne sich zu verlaufen. Kurz vor Schönthal (Krásné údolí) überquerten die Pilger ein Feld miteinem so hohen Grasgewächs, dass man darin fast verschwand. Über Pröles (Přílezy) und Uitwa (Útvina) erreichte man um sieben Uhr abends endlich Theusing.

Nürnberg in Falkenau

Samstagnachmittag veranstaltete die Egerländer Gmoi z Nürnberg ihren Gmoiausflug. Es ist eine gute Sitte, dass sie immer die verbliebenen Egerländer dabei besuchen und ein kulturelles Programm anbieten. Nach dem Besuch im Bergbaumuseum in Schönfeld (Krásno) und dem Mittagessen in Petschau (Bečov) kamen die Nürnberger in das Falkenauer Bergarbeiterheim. Im kleineren Saal und mit guter Zuschauerzahl konnte man Egerländer und Erzgebirgische Volkslieder hören, sowie Egerländer Volkstänze anschauen. Neben der Gmoisinggruppe trat auch das Ehepaar Heidrun und Kurt Schnabel auf, sowie das aus Plachtin b. Netschetin angereiste Duo Målaboum. Ein schöner Egerländer Nachmittag, bei dem man miteinander - die Vertriebenen und die Verbliebenen - singt und tanzt.

Wallfahrtssonntag

Der erste Sonntag in Juli ist der Hauptwallfahrtstag in Maria Stock. Heuer kamen etwa 100 Pilger in die ausgeraubte Kirche. Die Mehrheit bildeten Tschechen, aber Deutsche kamen auch in einer ansehnlichen Zahl. Die Hl. Messe, welche vom Abt des Prämonstratenser Stiftes in Tepl, P. Zdeněk Filip Lobkowicz, OPraem, geleite wurde, wurde durch zwei Trachtenträger und die Vereinsfahne vom Bund der Deutschen in Böhmen verschönert. Als einen ganz besonderen Gast konnte man  Mathias Dörr, Geschäftsführer der Ackermann-Gemeinde in München, begrüßen. Diese hatte mit bewirkt, dass die Kollekte vom diesjährigen Sudetendeutschen Tag nach Maria Stock geht: aufgerundet vom Sozialwerk der Ackermann-Gemeinde gehen 2500 EUR in die kulturellen Aktivitäten und 2500 EUR in die Renovierung der Kirche. Die musikalische Umrahmung besorgte Terezie Jindřichová, Vorsitzende des Pilsner Vereines der Deutschen. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Pilger vor dem Gotteshaus und genossen Würste, Gulasch, Kaffee und Kuchen. Kollekte: 3500,- Kč, 87,80 EUR. Vagelt´s Gott! 

Måla Richard (Šulko)

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