Deutschboehmen http://www.deutschboehmen.com/ Thu, 04 Jun 2020 13:36:34 GMT FeedCreator 1.8.0-dev (info@mypapit.net) Selbstinterview in der Virenzeit 2020 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/selbstinterview-in-der-virenzeit-2020 Aus der Sendung "Nachbarn" des Tschechischen Rundfunks für die deutsche Minderheit in Tschechien:

 

Liebe Hörerinnen, liebe Hörer!

Mit dem Coronavirus ist eine Zeit gekommen, die das Leben von uns allen total verändert. Nichts ist mehr sicher, alles ist in Bewegung und jeder Tag bringt neue Herausforderungen. Vor allem für die älteren Menschen - nicht nur aus den Reihen der deutschen Minderheit - eine schwierige Zeit. 

Auch die Sendung „Nachbarn“ ist davon betroffen: zwei geplante Interviews mussten wegen  des Virus abgesagt werden und weil das Wort dieser Zeit „Homeoffice“ ist, machte ich mir selbst in meinen Hausbüro Gedanken, wie ich diese schwierige Zeit meistern könnte: Ich griff zum Interview mit mir selbst, einer Besonderheit, so wie diese heutigen Zeiten:

Lieber Richard, wie geht es dir?

Mir geht’s sehr gut: ich lebe auf dem Land und genieße die ruhige Zeit. In den letzten zwei Wochen, wo ich nirgendwo hinfahren konnte, schaffte ich so viel Arbeit aus meinen „Restbeständen“, wie in meinem ganzen Leben nicht.  Wenn ich in die Stadt Einkaufen fahren muss, kommen Mundschutz, Brille und Handschuhen dazu, aber die zwei Stunden kann man wohl aushalten? Als Selbstständiger ist man gewohnt sehr viel zu arbeiten und eine solche „Kleinigkeit“, wie ein Virus, kann mich nicht  umbringen. Der Gerechtigkeit halber muss ich aber zugeben, dass ich von zuhause meine Arbeit doch irgendwie machen kann.

Richard, du bist  ja auch ehrenamtlich für die deutsche Minderheit tätig. Was machst du so?

Ich rief in Netschetin im Jahre 1991 eine Ortsgruppe der „Organisation der Deutschen in Westböhmen“ ins Leben, die dann unter dem Namen „Preitenstein“ im „Bund der Deutschen-Landschaft Egerland“ tätig war. Ich selber führte diesen Verein in Eger 18 Jahre an. Im Jahre 2015 machte ich aus praktischen Gründen diese Ortsgruppe zu einem selbstständigen Verein, der sich „Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.“ nennt und an die Arbeit des gleichnamigen Vereines aus dem Jahre 1896 anschließt.  

 

Was planst du für dieses Jahr?

Pläne sind schön, aber man weiß nicht, was morgen passiert. Gerade heute musste ich das Bildungsseminar in Elbogen im April absagen, aus der Tanzprobe unserer Volkstanzgruppe und aus Ostern wird anscheinend auch nichts.  Ob die 27. Jugendbegegnung in Tepl stattfinden wird, werden wir noch sehen. Der Sudetendeutsche Tag in Regensburg ist auch abgesagt worden, mal sehen, wie sich die Lage entwickeln wird. Ich hoffe, dass die für Juni geplante Autorenlesung stattfinden kann.

 

 Worauf freust du dich?

In diesem Jahr gibt der „Bund der Deutschen in Böhmen“ ein „Mediabook“ heraus: auf 56 Seiten werden Gedichte und Texte in Egerländer Mundart und in Deutsch zu lesen sein und in diesem Büchlein findet man auch eine CD mit Egerländer Liedern, die ich singen werde und mein Sohn begleitet mich auf der Zither. Die Aufnahmen werden unter Mitwirkung von Andrea und Gerhard Ehrlich gemacht. Darauf freue ich mich ganz besonders!

Was willst du noch den Zuhörern sagen?

Das Motto der Pilsner Diözese für dieses Jahr lautet: „Fürchtet euch nicht! Ich habe die Welt besiegt“ (Joh. 6,20; 16,33). Das ist ein Motto, welches gerade in diese schwierige Zeit passt. Wenn man die Hilfsbereitschaft so vieler Menschen sieht, bin ich guter Hoffnung, dass es nach der Krise zwischenmenschlich besser wird.

Liebe Hörerinnen und Hörer,

ich wünsche ihnen und uns allen eine virenfreie Zeit und eine baldige Rückkehr des normalen Lebens!

Ihr Richard Šulko

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sat, 28 Mar 2020 08:54:09 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/selbstinterview-in-der-virenzeit-2020
Sudetendeutsche Mundarttagung 2020 in Bad Kissingen http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/sudetendeutsche-mundarttagung-2020-in-bad-kissingen
  • Sudetendeutsche Mundarttagung am Heiligenhof
    (Bad Kissingen 6.- 8. März 2020)
  • Der Freundeskreis Sudetendeutscher Mundarten unter der Leitung von Ingrid Deistler lud wieder zu einer hochinteressanten Tagung auf den Heiligenhof ein. Mit Fachvorträgen, Mundartdarbietungen und gegenseitigem Austausch wurden an diesem Wochenende Mundarten aus den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten in Tschechien wieder lebendig.

    Nach der Begrüßung durch die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Frau Dr. Zuzana Finger, begrüßte die Anwesenden am Freitagnachmittag auch die Leiterin des Freundeskreises Frau Ingrid Deistler. Nach der Vorstellungsrunde und einem guten Abendessen folgten die Hausaufgaben. Die bestanden darin, dass jeder in seiner Mundart eine Geschichte oder ein Gedicht vortrug. Roland Han aus Bernklau im Egerland brachte mehrere Witze nach Bad Kissingen mit. Der wohl schönste kam zum Schluss seiner Darbietungen: „Dåu fröigt da Bou(b sein Våtta(r: „Du Tata, woos is Alimente?“ Da Tata sågt za ihm: „Dös san Erzeugerpreis.“   In der darauffolgenden Diskussion kam etwas Interessantes: In Freiburg gibt es die IVDE, wo Mundartaufnahmen aus den 50er Jahren bis heute erhalten sind. Bernhard Geier aus Freiwaldau im Altvatergebirge brachte eine geheimnisvolle Geschichte über einen kleinen Troll an der Scheune seiner Großeltern: „Der kleine Troll hatte einen Rock aus Tannenzweigen und einen spitzigen Hut. Er saß gerne auf einer Buche: dort begegnete immer einen kleinen Specht, der nach fetten Würmern in dem Baum suchte“.

     

    Morgensingen mit Fachvorträgen

    Der erste Fachvortrag nach dem Morgensingen mit Ingrid Deistler kam aus Brünn. Den brachte PhDr. Mojmír Muzikant CSc. von der dortigen Universität: „Die Richtungsadverbien in den deutschen Dialekten Mährens und Schlesiens“. Für einen Egerländer ist dieses Gebiet unbekannt, aber interessant war es in jedem Falle. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den deutschen Sprachinseln Iglau, Brünn, Olmütz oder Wischau und den mehr geschlossenen deutschen Siedlungsgebieten wie z.B. dem Schönhengstgau. Dr. Richard Rothenhagen, ebenfalls von der Uni Brünn, berichtete über die Ortsnamen in Mundarten. In seinem Vortrag wurden Orte in Nordböhmen, Schlesien, dt. Sprachinseln und im Egerland zwischen Tachau und Bischofteinitz behandelt. Ganz typisch tauchen in der Mundart Kürzungen der Dorfnamen oder Umschreibungen der tschechischen Namen auf. Grosse lautliche Abwandlungen gibt es beim Wort „Dorf“: von „Doaf“, „Darf“, „Druhf“ bis „Teff“.  Mgr. Marek Halo von der Brünner Universität brachte das Thema: „Verben in den deutschen Mundarten Böhmens, Mährens und Schlesiens und einige Bedeutungszusammenhänge“. Halo hatte für seinem Vortrag drei Bereiche gewählt: Kleidung, Nase und Tätigkeiten. Sehr interessant war der Begriff „Kittel“ für das Hemd, welcher z.B. im Schönhengst auftaucht. Der letzte Vortrag kam von einem verbliebenen Deutschen aus Nixdorf: Roman Klinger berichtete über die deutsche Minderheit in Tschechien und ihre Mundarten. Klinger erklärte die Zahl der Deutschen aufgrund der Volkszählung 1921 bis 2011 und der politischen Entwicklung im Lande. Sehr lustig waren die österreichischen Begriffe in der Mundart.

    Schreibwerkstatt

    Für das Nachmittagsprogramm wurde eine Schreibwerkstatt mit Etta Engelmann, aus dem Egerland stammend, vorbereitet. Etta Engelmann fing sofort an: „Was macht ein Gedicht aus? Es muss sich reimen, Vers da sein und es sollen Strophen vorhanden sein“.  Text ist dem Rhythmus untergeordnet. Es gibt mehrere Reimtypen: die hauptsächlichen sind:  Paarreim (aabb), Kreuzreim (abab), Umfassender Reim (abba) und Reihenreim (aaaa). 1980 entstand in Amsterdam eine neue Gedichtform. Sie ist unter dem Namen Elfchen bekannt.  Etta Engelmann fischte aus einer Kiste verschiedene Gegenstände heraus: von einer Nudelwalze bis zu einer Rumpel. Die Seminarteilnehmer suchten sich dann einen Gegenstand aus und dichteten darauf ein „Elfchen“. Mit einem „Elfchen“ startete nämlich gar mancher Dichter seine Karriere. Nach der Zusammenfassung der einzelnen Elfchen hat derjenige oder diejenige ein umfassendes Gedicht geschrieben. Die Ergebnisse der neuen Dichter wurden dann noch vor dem Abendessen präsentiert.

    Dudelsack am Heiligenhof

    Der Abend am Heiligenhof gehört immer zu den schönsten Augenblicken in Leben eines Deutschböhmen. Als „Hausherrin“ konnten wir sogar die Traudl Kukuk unter uns begrüßen: damit war die Runde wirklich komplett. Die musikalische Umrahmung besorgten Ingrid Deistler auf die Gitarre, ihr Sohn Gerald auf dem Dudelsack und auf die Ziehharmonika spielte auch ein Egerländer: Michael Käsbauer. Jeder Teilnehmer brachte Witze, Gedichte und Erzählungen in Mundart aus seiner Heimatlandschaft. Gute Laune und Spaß, unterstützt durch gesponsertes Bier von Hans –Jürgen Lohmann aus Leipzig, krönten den Samstag.

    Limerick

    Sonntagfrüh starteten die Teilnehmer wieder mit dem Morgensingen. Nach dem Frühstück kamen die Präsentationen der Mundartlandschaften: Süd- und Westböhmen, Nord -und Ostböhmen und Mähren. Im Erfahrungsaustausch erzählten dann alle Teilnehmer über Neuigkeiten aus ihren Vereinen und Heimatlandschaften. Frau Dr. Finger erwähnte auch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, welches auch diese Begegnung förderte. Ingrid Deistler stellte Neuigkeiten in Sachen Musik vor, speziell das neue Buch mit einer CD von Tomáš Spurný: „Altbäurische Stücke oder Umadum“. Franz Hanika zeigte die digitale Form von mehreren Gesangsbüchern, die man dann bei Begegnungen benutzen kann. Zum Abschluss der Begegnung wurden noch Hausaufgaben ausgeteilt: die erste besteht darin, dass man zur nächsten Begegnung einen Limerick (Gedichtform) in Mundart vorbereitet. Ein ganz neues Thema tauchte beim Suchen nach einer weiteren Hausaufgabe auf: scheinbar war es der nahekommende Frühling, welcher vor allem Männer zum Thema Sexualität verführte. Man einigte sich darauf, neben diesem Thema auch andere noch wenig bearbeitete  Themen, wie z.B. Erziehung, Mode, Bräuche, für das Erarbeiten von Kurzgeschichten oder Gedichten zur nächsten Mundarttagung zu wählen. Als die Frage nach der Dokumentation der Werke von Mundartautoren aus Deutschböhmen aufkam, wurde unter anderem diese interessante Seite mit Deutschen Autoren aus dem Böhmerwald, mit tschechischer Übersetzung vorgestellt: www.kohoutikriz.org

    Die nächste Mundarttagung in Bad Kissingen finden in den Tagen 5.- 7. 3. 2021 statt.

    Måla Richard (Šulko)

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sat, 14 Mar 2020 10:35:15 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/sudetendeutsche-mundarttagung-2020-in-bad-kissingen
    Dreikönigsammlung 2020 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/dreikoenigsammlung-2020 Dreikönigsammlung 2020
    Måla Richard

     

    Nach dem Erfolg im Jahre 2019 organisierten Mitglieder vom Bund der Deutschen als Christen die Dreikönigsammlung auch im Jahre 2020. Neben Plachtin wurde diesmal auch Preitenstein (Hrad Nečtiny) in Angriff genommen.

    Weil in Plachtin wegen Skiurlaubs keine Kinder zur Verfügung standen, importierte die Familie Sulko am 11. Januar 2020 wieder Kinder und Enkelkinder aus Pilsen: Richard Šulko jr. mit seinem Sohn Richard V. und Tochter Kristýna stellten die Hl. Drei Könige dar, Irena Šulková wurde an diesem Tag zu einem Engel. Nach dem Vaterunser an der Statue der Muttergottes bei den Målas im oberen Teil Plachtins ging´s los: von oben bis unten und dann ins Dörfel, bei der Muttergottes-Kapelle wanderten die Heiligen mit ihrem Gesang von Haus zu Haus. Neben Geldspenden für das Haus in Meclov bei Taus konnten die Pilger auch Einiges für den eigenen Gebrauch erwirtschaften.

    Neu: Preitenstein!

    Nach dem Mittagessen führten die Wege nach Preitenstein, wo schon zwei Hl. Drei Könige warteten: Vilém Haubner und Martin Chlup. Die zwei führten dann die aus Plachtin, bzw. Pilsen importierten Heiligen dorthin, wo man Geldspenden erwarten konnte. Im Unterschied zu Plachtin mussten die Heiligen einen großen Höhenunterschied meistern, denn vom Schlosshügel bis Ende Preitenstein Richtung Plachtin muss man sich wirklich anstrengen! Es wurden viele Menschen besucht und genug Geld für die Bedürftigen gesammelt. Ein schöner Anfang , der im nächsten Jahr mit Sicherheit wiederholt werden muss!

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Tue, 14 Jan 2020 09:02:17 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/dreikoenigsammlung-2020
    Advent in Netschetin 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/advent-in-netschetin-2019 Neuer Zempara

    Advent in Netschetin 2019

    Weil bei der Adventsfeier des Bundes der Deutschen in Böhmen in Netschetin eine Rekordzahl an kleinen Kindern anwesend war, die aber stark an ihren Vätern hingen, ist zum ersten Mal ein Problem aufgetaucht: wer nimmt sich der Rolle des Teufels (Zempara) an? Tomas aus Elbogen fand eine wunderschöne, wenn auch eine teure Lösung…

    Am siebten Dezember lud der Vorstand zur alljährlichen Begegnung im Advent ein. Im schön geschmückten hinteren Raum des Gasthauses „Am Rathaus“ versammelten sich 34 Menschen, die dicht einander gepresst den kleinen Raum füllten. Mit dem Weihnachtslied „Alle Jahre wieder…“ eröffnete der Vorsitzende, Måla Richard Šulko die Begegnung: „Schäi w(ü)llkumma ba unnara Adventsfeia(r“! Nach mehreren deutschen und Egerländer Weihnachts-und Adventsliedern, die gemeinsam gesungen worden waren und welche auf seiner Zither Vojtěch Šulko begleitete, kam der lang erwartete Augenblick: da Niklas soll kommen. Nur es tauchte ein großes Problem auf: keiner wollte den Zempara machen. Es drohte ein Skandal, aber Tomas aus Elbogen fand eine Lösung: er rang aus dem Versammlungsraum in das Gasthaus und lächelnd präsentierte er seinen Rettungsplan: „Mit Bestechung fand ich einen Teufel!“ Das hätte wohl beim heiligen Mann und seinem Engel nicht funktioniert, aber beim Teufel ist es in Ordnung. Dann ging es, wie gewohnt weiter: als die Drei in die Stube hineinkamen, greinten auch die tapfersten Kinder. Mit der Bescherung waren die Tränen getrocknet und man konnte zum dritten Teil des Programmes kommen: böhmische  Advents-und Weihnachtslieder, begleitet von Elfriede Šulková auf einem Keyboard. Nach zwei Stunden sind alle dann mit den Wünschen zu Weihnachten und Neujahr wieder auseinandergegangen und besuchten die Adventsfeier der Gemeinde auf dem Marktplatz. 

    Måla Richard Šulko

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sun, 22 Dec 2019 08:32:56 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/advent-in-netschetin-2019
    Gedanken zu Advent 2019: wen ich 107 wäre http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/gedanken-zu-advent-2019-wen-ich-107-waere Wenn ich 107 wäre
    (das unglaubliche Leben der Anna Lang)
    Gedanken zu Advent 2019

    Heute meckert jeder, wie es einem schlecht geht. Dabei ist es nicht lange her, als das Leben unserer Vorfahren mit Sterbensangst, Ausbeutung oder Vertreibung gefüllt war.

    Heute verschlug mich das Geschäft nach einer langen Zeit wieder nach Österreich. Am Abend verfolgte ich aus dem Nachbarland das Bayerische Fernsehen, welches eine Dokumentation über eine Dame brachte, die 107 Jahre alt wurde. Anna Lang wurde im Königreich Bayern vor dem ersten Weltkrieg geboren und zwar als uneheliches Kind.  Obwohl ihr berufliches Leben als Baumwollspinnerin mit 13 Jahren begann, und es Jahrzehnte sehr hart und anstrengend war, ist Anna Lang 107 Jahre alt geworden. „Die Jahre vergehen so schnell… und inzwischen bin ich 107“, sagt am Anfang der Dokumentation Anna Lang. Ihr Stiefvater fand für sie nur Schimpfworte und Willkür. Gut war, dass sie zu ihrer Oma jede Woche für einen Nachmittag flüchten konnte. Die von der Mutter arrangierte Ehe zerstört ihren Traum: ihr Mann lebt sein Leben mit Freunden und kommt sehr oft überhaupt nicht nach Hause. Zu seiner im Jahre 1940 geborenen Tochter und zu seiner Frau verhält sich er wie ein Grobian. Erst als sie mit 81 Jahren Witwe wird, kann sie ihr Leben genießen. Die Zeiten als sie „ins Wasser gehen wollte“ waren endlich vorbei.

     

    Ein starker Wille zum Überleben….

    Diese Frau zeigte einen starken Willen zum Überleben, sie zeigte aber auch Gehorsam, Ausdauer und Liebe. Was kann man heute davon lernen? Die Lebensbedingungen änderten sich gravierend. Mag sein, dass man heute mit Sorgen konfrontiert wird, die vor 100 Jahren unbekannt waren. Dazu lernen wir mit Hilfe der Informationen und Gesetze einiges, was man zu tun hat. Das Leben kann man aber nie in eine Schatulle „einpressen“, wo alles klar erklärt und beschrieben ist: „das ist deswegen so, das sollst du machen, das ist, weil“… Jeder Mensch ist ein Individuum, welches Dank seiner Vorfahren und seiner Erziehung andere Einstellungen und Vorstellungen hat. Da fehlt auf einmal jedem der „Faden“, der ihn auf seinem Lebensweg in der richtigen Spur hält. So ein Kompass kann für das junge, aber auch für das alte und kranke Lebewesen, der christliche Glaube sein. Gemeinsam mit Liebe findet man Antworten auf unsere Fragen und unsere Sorgen können besser ertragen werden. Die Frohe Botschaft zu Weihnachten erklärt jedem: „Er ist für die Armen, Kranken und alle da, die auf die Knie fallen unter der Last der Sünde“. Lasst uns nicht nur zu Weihnachten diese wahre Freude der Liebe und der Opferung täglich leben, denn wenn uns der Herrgott rufen wird, werden wir vorbereitet zum ewigen Leben in der Nähe unseres Herrn sein und da müssen wir nicht die langen 107 Jahre darauf warten!

    https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/lebenslinien/anna-augsburg-wie-ich-107-wurde-102.html

    Måla Richard (Šulko)

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sun, 01 Dec 2019 08:28:10 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/gedanken-zu-advent-2019-wen-ich-107-waere
    Ich und die samtene Revolution 1989 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/ich-und-die-samtene-revolution-1989 Ich und die samtene Revolution 1989
    (Erfahrung eines Deutschen aus der deutschen Minderheit in Tschechien)

    Vorab zu sagen: wenn es nicht den 17. November 1989 gäbe, hätte ich mit meiner Familie vom 1. Januar 1990 ein neues Leben in der Bundesrepublik Deutschland angefangen. Das Leben im Sozialismus war in der Hinsicht, dass man ehrlich als Deutschböhme, oder Christ lebt, nicht einfach. Das wollten wir unseren Kindern nicht antun. Nach 30 Jahren ist das Geschichtsbild im Nebel, aber etwas ist doch hängen geblieben. Auch wenn man damals wie in einem Dauerrausch lebte.

    Mit Hinsicht auf die Zukunft unserer Kinder habe ich im Sommer 1989 alle meine Zeugnisse und wichtigen Sachen meiner Oma mitgegeben, die zu Besuch war. Ich und meine Frau Irene konntne die letzten Jahre schon mit beiden Kindern meine Oma in der Nähe von Miltenberg am Main besuchen und ich konnte mir ein Bild über das Leben im Kapitalismus machen. Auch regelmäßiges Verfolgen des deutschen Fernsehens führte dazu, dass ich besser über die politischen Ereignisse in der Tschechoslowakei informiert war, als meine Mitarbeiter. Ich arbeitete im Jahre 1989 in der Stahlgießerei der Pilsner SKODA-Werke als Technologe. Selbstverständlich habe ich ehrlich allen meinen Mitarbeitern erzählt, wie es einem in Deutschland gut geht und wie man dort alles ohne Protektion einkaufen kann.

     

    1. November 1989

    Nun kam der 17. November 1989 mit den schrecklichen Ereignissen auf der Národní třída in Prag, wo die Polizei die Studenten brutal zusammenschlug. Ich wusste selbstverständlich aus dem ZDF bestens Bescheid und erzählte es am kommenden Montag meinen Kollegen in der Arbeit. „Du bist ja bestens informiert, mache bitte den Sprecher des ´Bürgerforums´ für uns“! hörte ich unisono von den Mitarbeitern. Das Bürgerforum war die Plattform um Václav Havel, das die komplette Opposition zusammenführte. Nun habe ich mit meinen 29 Jahren und mit zwei kleinen Kindern versucht die Revolution in einem Stahlwerk zu machen, in dem die Kommunisten sehr stark waren. Als ich zum Generalstreik am 27. November 1989 aufrief, war ich sehr aufgeregt.

     

    Drohungen vom kommunistischen Chef

    Normalerweise ruft der Genosse Chef zu einer Beratung ein, diesmal habe ich auch den Chef eingeladen, um ihn und allen Mitarbeitern mitzuteilen, dass wir streiken. „Du könntest auf Schadenersatz angeklagt werden“! war die Antwort meines Chefs auf meine Einladung zum Generalstreik. Inzwischen gingen Gerüchte herum, dass personelle Unterlagen, die jeder im Kommunismus hatte, in den Öfen der Stahlgießerei verbrannt werden. Auch der Genosse Direktor des Modellbaus, Jindřich Mašek, soll in seinem Dienst-SKODA 120 mit Gummiknüppel im Kofferraum herumgefahren sein, um die Demonstranten zu schlagen. Nun kam der 27. November und der Tag des Generalstreiks. Unter meiner Führung gingen wir von unserem Büro aus Richtung Hauptplatz vor dem Haupttor. Der Chef nahm nicht teil: „Ich muss hier aufpassen, dass nicht etwas gestohlen wird….“.

    Das Haupttor geht auf!

    Auf einem Multicar, der direkt vor der Lenin-Statue stand, war auch der jetzige Hauptmann des Bezirkes Pilsen, Josef Bernard. Ein spannender Augenblick kam nach den Worten von Vojtěch Filip: „Wer will, dass wir auf den Marktplatz gehen“? Alle Hände gingen hoch, und das Haupttor wurde geöffnet! Alle strömten aus dem Werk hinaus und zogen zum Markplatz. „Die SKODA-Leute kommen“, war die schönste Parole des Tages! Das Leben ging auf sehr lebendige Art weiter. Am 1. Januar 1990 kehrte ich mit dem Pariser Schnellzug vom Hauptbahnhof Aschaffenburg wieder mit meiner Familie zurück nach Hause. Schon im Sommer 1990 beteiligte ich mich am Treffen der vertriebenen deutschen Netschetiner im Schloss Preitenstein. Am 18. März 1991 unterschrieb ich die Beitrittserklärung zur Organisation der Deutschen in Westböhmen und fing an, die Netschetiner Ortsgruppe dieses neuen Vereines in Pilsen zu gründen. Am 14. Februar 1992 fand im Hotel Manetin die Gründungsversammlung dieser Ortsgruppe statt. Seit diesem Tag, also seit 27 Jahren, wird die sehr erfolgreiche Geschichte des Verbandes der verbliebenen Egerländer aus Netschetin geschrieben. Das war aber nur möglich dank der tapferen Studenten an einem kalten November-Tag im Jahre 1989.

    Måla Richard (Šulko)

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sat, 23 Nov 2019 09:31:28 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/ich-und-die-samtene-revolution-1989
    Medienworkshop in Reinowitz 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/medienworkshop-in-reinowitz-2019 Medienworkshop „Positive Minderheit”
    (26.- 28. September 2019 in Reinowitz, Haus der Dt.-tsch. Verständigung)

     

    Dank des BMI konnte die Leiterin des Hauses der Dt.-tsch. Verständigung, Petra Laurin wieder Journalisten nach Reinowitz einladen. Die Journalistenprofis mit denen, die es aus Spaß machen, bearbeiteten Themen, wie man besser arbeiten kann - nicht nur für die dt. Minderheit. Auch etwas aus der dt. Geschichte in Nordböhmen lernte man dabei.

     

    Der erste aber sehr interessante Ausflug führte nach Gablonz a.d. Neisse, zur Firma Kitl. Der Inhaber und Geschäftsführer Jan Vokurka erzählte die Firmengeschichte: „Wir suchten eine Persönlichkeit aus Gablonz, nach welcher wir die Firma benennen könnten. Die Entscheidung fiel auf Eleazar Kittel. Der Name war aber vergessen“. Die Firma ist sehr erfolgreich. Gewinne werden in die Verarbeitung der Geschichte hineingesteckt: es wurden drei Bücher herausgegeben, das letzte ist eine Übersetzung des Gustav Leutelt-Buches, die erste in Tschechisch. Der Versuch eine bedeutende Straße in Gablonz nach Kittel zu benennen schlug fehl. Der zweite Versuch, eine Schule nach ihm zu benennen wird mit einem Schwergewicht zu kämpfen haben: Diese Schule besuchte die Olympiasiegerin im Speerwerfen Barbora Špotáková.

    LandesEcho im Kreuzfeuer

    Nach dem Mittagessen führte der Weg wieder nach Reinowitz zurück. Das Thema „Neue Perspektiven beim LandesEcho" stand auf dem Programm. Steffen Neumann, Chefredakteur des Magazins, berichtete zuerst über die Neuigkeiten beim LandesEcho: „außer mir ist die Redaktion ganz neu“, waren seine ersten Worte bei der Einleitung. Tereze Líbalová und Manuel Römmel sind die neuen Mitarbeiter in der Redaktion. Sie selber konnten nicht zum Seminar kommen, weil sie mitten in Antragstellung bei der Landesversammlung sind. Auch die neuen Vertriebswege beim LandesEcho wurden besprochen: z.Z. kann man das Magazin an mehr als 100 Kiosken erwerben. Neu ist auch die Tatsache, dass das LandesEcho stark in den Sozialnetzten vertreten ist und einen selbstständigen Youtube-Kanal hat. Videos kann man neu in Facebook, Twitter oder Instagram posten.

    Geistlich in Haindorf

    „Woher kommen wir? - Wohin gehen wir“? war der nächste Vortrag von Monika Hanika, deren Mutter aus Haindorf stammt. In 2003 gab es in Würzburg den Anstoß einen therapeutischen Arbeitskreis zu bilden. In vielen Familien werden bis heute die Geschehnisse im- und nach dem Krieg verschwiegen. Frau Hanika: „Es soll mehr auf die Gemeinsamkeiten geachtet werden“. Hanika berichtete über die mehr als zehn Jahre erfolgreiche Seminarreihe „Kraft aus den Wurzeln“ in Haindorf und in der Villa Klinger in Neustadt an der Tafelfichte. „Wenn man in der Vergangenheit hängen bleibt, kann man nicht die Zukunft leben“, so Hanika.

    Freitagjournalismus

    Am Freitagmorgen kam als erstes der Vortrag „Grundlagen des Printjournalismus“ von Jan Šebelka, einem Journalisten und Schriftsteller. In diesem bekamen die Teilnehmer Ratschläge für die Zusammenarbeit mit klassischen Printmedien und Lokalredaktionen, sowie Erfahrungen mit Fundraising (Beschaffung von Mitteln). Šebelka berichtete über seine schlechte Erfahrung mit den tschechischen ehemaligen Kollegen oder besser gesagt mit den Verlagen: „Eine positive Nachricht von einer kleinen gemeinnützigen Gesellschaft in die Zeitung zu kriegen ist heute einfach unmöglich“. Šebelka gab folgende Ratschläge: Journalisten sind faul, sie haben zu viel Arbeit und zu wenig Platz in der Zeitung. Das erste stimmt. Weiter: jeder Journalist schreibt immer über gleiche Themen.  Vor allem sollt man ihnen nicht sagen, was sie schreiben sollen. Im weiteren Verlauf folgten eine Studienfahrt ins Isergebirge und der Besuch in dem renovierten Kittel-Haus in Schumburg. Es wurde auch die Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern besprochen, Referent war Mgr. Jan Sedlák, Projektmanager „Slow Tourismus Projekt („Immer mit der Ruhe)“  – Verbindung der Kultur und Natur in der Euroregion Neisse. Am Samstagvormittag wurde mit dem Programm fortgefahren.

    Richard Šulko

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Wed, 20 Nov 2019 11:58:21 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/medienworkshop-in-reinowitz-2019
    850 Jahre Netschetin und der BdDB http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/850-jahre-netschetin-und-der-bddb 850 Jahre Ersterwähnung Netschetins
    (28. September 2019)

     

    Im Dokument aus dem Jahre 1169 steht: „Ich, Wladislaw II. schenke den Johannitern Manetin bis zu der Grenze von Necstinensi…“. Im  Jahre 2019 feierte die Gemeinde Netschetin (Nečtiny) also ihren 850. Geburtstag. Ins Programm wurde auch der dort ansässige Bund der Deutschen in Böhmen mit eingebunden. 

     

    Die Vorbereitungen dauerten fast ein Jahr. Die wohl wichtigste Sache war die Herausgabe von einem Buch, was bis jetzt den Netschetinern fehlte. Jiří Fák vom Museum in Maria Teinitz schuf mit Hilfe von mehreren Autoren ein sehr schönes Büchlein, welches Netschetin komplett auf übersichtliche Art vorstellt. Neben sehr alten Geschichten fehlt in dem Buch auch die Gegenwart nicht, sowie Bilder auch z.B. von der Vertreibung der Deutschen 1945-46. Das Hauptfest  wurde am 28. September 2019 groß ausgerichtet: an einem Feiertag und trotz der Tatsache, dass das Dorf kein großes Budget hat. Den Beginn machte die Blaskapelle der Feuerwehr aus Tepl. Um 13 Uhr eröffnete Bürgermeister Jiří Křemenák das Fest. Nach seinen Worten kamen die Geistlichen: neben den Trapisten, die in Netschetin zwei Jahre ihr Domizil beim Bau des Klosters in Neuhof hatten, kam der örtliche Seelsorger P. Günther Ecklbauer, OMI, um die Gemeinde zu segnen.

    Umzug zur Hl. Anna.

    Nach dem feierlichen Beginn stellte sich der Umzug zusammen: Zuerst die mittelalterlichen Trommler, dann die Fahne der Gemeinde mit Ehrengästen, vier Pferde vom stellv. Bürgermeister Petr Stříbrný aus Plachtin, die Freiwillige Feuerwehr, die 1877 gegründet wurde, Vertreter des Fußballklubs, die Blaskapelle und dann der Bund der Deutschen in Böhmen, gegr. 1896. Nach ihm wurden Wappen aller Adeligen getragen, die in Netschetin in den 850 Jahren wirkten. Nach der Ankunft  bei der Hl. Anna wurde zuerst das Buch über die vergangenen 850 Jahre feierlich vorgestellt, sowie ein Kinderbuch von Kindern für die Kinder und ein Gedichtbuch von Taťána Kořenková. Im kulturellen Programm konnte man zuerst einen Auftritt der mittelalterlichen Ritter erleben, dann folgten beliebte Hits von Michal David, dargeboten von Bořek Slezáček, Genny Ciatti und Tomáš Löbl, weiterhin František Fiřt und František Nedvěd der Jüngere. In der Hl. Anna wurde eine Ausstellung über die letzten Jahrzehnte dieser Gemeinde vorbereitet, bei der die Målaboum spielten.

    Danke an die Gemeinde, den Bürgermeister und den Gemeinderat mit der Museumsleiterin Soňa Vašíčková, die die meiste Arbeit hatte!

    Richard Šulko

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Tue, 12 Nov 2019 16:14:38 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/850-jahre-netschetin-und-der-bddb
    Bayerisch-Böhmischer Tag in Elbogen 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/bayerisch-boehmischer-tag-in-elbogen-2019 Zu Besuch bei Goethe
    21. September 2019: Bayerisch-böhmische Begegnung in Elbogen

     

    Die Stadt Elbogen (Loket) lud aus Anlass des 20. Jubiläums der Partnerschaft mit Illertissen zu zwei Wochenenden nach Elbogen ein. Am 21. September konnte man den ersten Teil der Feierlichkeiten erleben, die in Zusammenarbeit mit den Egerländern organisiert wurden.

    Frau Jana Motlíková als Projektleiterin holte als Partner die Egerländer Gmoi(n z´ Rawetz (Marktredwitz) mit ins Boot und ließ auch die deutsche Minderheit am Programm mitwirken. Das Restaurant im neu renovierten Hotel Weißes Ross (J.W. v. Goethe weilte hier sieben Mal) war für diese Veranstaltung zu klein: so viele Gäste kamen um sich das Programm anzuschauen. Nach der musikalischen Einführung durch die Målaboum aus Netschetin (Nečtiny) begrüßte Jana Motlíková die Anwesenden und übergab dann das Wort dem neuen Bürgermeister Petr Adamec. Danach kam der erste Vortrag von Günther Wohlrab, Vüarstäiha(r der Rawetzer Gmoi(n: „Egerländer Trachten.“ Auf lustige Art erklärte Wohlrab die einzelne Frauentrachtenteile: „So detailliert kenne ich mich auch nicht aus, ich helfe lieber beim Ausziehen der Trachten.“ An seiner Seite stand Alois Rott, Vorsitzender vom Bund der Deutschen-Landschaft Egerland, der ihm bei der Präsentation der Trachtenteile behilflich war.

     

    Erzgebirge und Egerland

    Den zweiten Vortrag unter dem Namen „Aus dem Leben der dt. Minderheit in unserer Region“ hielte Petr Rojík vom Kulturverband aus Graslitz. Sehr menschlich und mit eigener musikalischen Begleitung zeigte er den Anwesenden die Geschichte der dt. Minderheit von der Vertreibung über die Gründung des Kulturverbandes und die Gründung der Landesversammlung bis in die jetzigen Tage. Der Schwerpunkt seines Vortrages lag selbstverständlich bei der Arbeit des Kulturverbandes. Aus dem Erzgebirgischen Graslitz führte der Weg nach Netschetin: von dort kam die Egerländer Volkstanzgruppe Die Målas, die auch mit den kleinsten Kindern Egerländer Volkstänze präsentierten: „Da Howansook,“ „Zigeunerpolka,“ und „Schäi(n lustigh u kerngout.“ Im weiteren Verlauf sang der Måla Richard mit der Begleitung seines Sohnes Vojtěch (Duo Målaboum) Egerländer und Erzgebirgische Volkslieder. Zum Schluss des Nachmittagsprogrammes wurde noch die Ausstellung „Gebürtige Elbogener“ mit Herrn Filip Prekop eröffnet.

    Måla Richard Šulko

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sun, 29 Sep 2019 08:10:11 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/bayerisch-boehmischer-tag-in-elbogen-2019
    Wallfahrt nach Maria Stock und runder Geburtstag 8.9.2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/wallfahrt-nach-maria-stock-und-runder-geburtstag-8-9-2019 Wallfahrt nach Maria Stock und runder Geburtstag
    8. September 2019 in Maria Stock: Pilsner Bischof Emeritus feiert seinen 80. Geburtstag

     

    Der Egerländer Wallfahrtsort Maria Stock bei Luditz erlebte in der mehr als 250-jährigen Geschichte schon Einiges. Der 8. September 2019, am Fest von Mariä Geburt, war für diese geschändete Kirche ein gesegneter Tag: hundert Pilger, Profi-Musiker und ein wichtiges Geburtstagskind waren da!

    Pilsner Bischof Emeritus František Radkovský feiert in diesen Tagen seinen runden Geburtstag. Er ließ sich nicht nehmen, in dieser Kirche, welche ein Zeichen der dt.-tsch. Verständigung ist, am Marienfest die Hl. Messe zu zelebrieren. Mit ihm am Altare stand P. Vladimír Slámečka aus Prag, der jeden Monat und bei wichtigen kirchlichen Festen dort einen Gottesdienst hält. Die musikalische Umrahmung übernahm Martin Beran aus Pardubitz, Musiklehrer und aktiver Christ. Mehr als hundert Pilger nahmen an dem Gottesdienst teil. Nach der Hl. Messe versammelten sich alle zu Kaffee und Kuchen. Der Vorsitzende des Vereines „Unter dem Dach“ Jiří Schierl überreichte dem Geburtstagskind auch ein Geschenk: „In diesem Buch ´Geheimnis des Flusses Schnella´ können Sie auch etwas über Maria Stock nachlesen“, so Schierl. Eine würdige Feier, die lange mit den Marienliedern und vor allem dem gesungenen „Vater Unser“ in Erinnerung bleibt.

    Måla Richard Šulko

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    richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Tue, 24 Sep 2019 15:20:30 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/wallfahrt-nach-maria-stock-und-runder-geburtstag-8-9-2019