Deutschboehmen http://www.deutschboehmen.com/ Wed, 17 Jul 2019 15:36:12 GMT FeedCreator 1.8.0-dev (info@mypapit.net) Wallfahrt Juli M. Stock und Hutschastubn in Falkenau http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/wallfahrt-juli-m-stock-und-hutschastubn-in-falkenau Wallfahrt und Hutschastubn
Maria Stock und Egerländer in Falkenau 5.- 7. 7. 2019

Ein verlängertes Wochenende kann man verschieden erleben: dieser Artikel erzählt, wie ihn gläubige Egerländer auf dem Pilgerweg nach Maria Stock, in Maria Stock selber und in Falkenau erlebten.

Der Bund der Deutschen in Böhmen ist Mitorganisator der Dt.- tschechischen Wallfahrten in Maria Stock (Skoky). Schon seit der Wende wird nicht nur christlich das Fest Mariä Heimsuchung in der Wallfahrtskirche bei Luditz gefeiert, sondern es finden auch Begegnungen zwischen den ehemaligen deutschen Bewohnern und der jetzigen tschechischen Bevölkerung statt. Die letzten neun Jahre kann man in drei Tagen auch den Maria Stocker Pilgerweg erleben: mit 65 Kilometern in drei Tagen wird so richtig gepilgert. Der längste Abschnitt ist am zweiten Pilgertag zu schaffen: 30 Kilometer über Feld-und Waldwege oder Asphaltstraßen: eine echte Herausforderung! Wenn man aber für eine starke Intention diesen Marsch unbedingt machen will, steht ein krankes Knie auch nicht im Weg.

Im Gras versunken

Der Start zum zweiten Pilgertag fand am Freitag, den 5. Juli in Neschikau (Nežichov) um neun Uhr statt. Um denTscheboner Berg herum  beteten die elf Pilger das erste Gebet in der Kapelle in Tschebon (Třebouň). Am alten Theusinger Wasserwerk hielten die tapferen Pilger nur kurz an, damit das Lebensmittelgeschäft in Gosmaul (Kosmová) nicht zumacht. Dort wurde nämlich die erste größere Pause gemacht. Der schwierigste Wegabschnitt folgte nun: übers Feld, durch den Wald, über Gleise und wieder übers Feld: gut, dass man gut gegen die Zecken eingeschmierte Beine hatte. Auch der Weg bei den Sattler-Teichen war vom Vorsitzenden des Vereines Unter dem Dach, Jiří Schierl, gut gemäht und es ging alles sehr schnell voran, ohne sich zu verlaufen. Kurz vor Schönthal (Krásné údolí) überquerten die Pilger ein Feld miteinem so hohen Grasgewächs, dass man darin fast verschwand. Über Pröles (Přílezy) und Uitwa (Útvina) erreichte man um sieben Uhr abends endlich Theusing.

Nürnberg in Falkenau

Samstagnachmittag veranstaltete die Egerländer Gmoi z Nürnberg ihren Gmoiausflug. Es ist eine gute Sitte, dass sie immer die verbliebenen Egerländer dabei besuchen und ein kulturelles Programm anbieten. Nach dem Besuch im Bergbaumuseum in Schönfeld (Krásno) und dem Mittagessen in Petschau (Bečov) kamen die Nürnberger in das Falkenauer Bergarbeiterheim. Im kleineren Saal und mit guter Zuschauerzahl konnte man Egerländer und Erzgebirgische Volkslieder hören, sowie Egerländer Volkstänze anschauen. Neben der Gmoisinggruppe trat auch das Ehepaar Heidrun und Kurt Schnabel auf, sowie das aus Plachtin b. Netschetin angereiste Duo Målaboum. Ein schöner Egerländer Nachmittag, bei dem man miteinander - die Vertriebenen und die Verbliebenen - singt und tanzt.

Wallfahrtssonntag

Der erste Sonntag in Juli ist der Hauptwallfahrtstag in Maria Stock. Heuer kamen etwa 100 Pilger in die ausgeraubte Kirche. Die Mehrheit bildeten Tschechen, aber Deutsche kamen auch in einer ansehnlichen Zahl. Die Hl. Messe, welche vom Abt des Prämonstratenser Stiftes in Tepl, P. Zdeněk Filip Lobkowicz, OPraem, geleite wurde, wurde durch zwei Trachtenträger und die Vereinsfahne vom Bund der Deutschen in Böhmen verschönert. Als einen ganz besonderen Gast konnte man  Mathias Dörr, Geschäftsführer der Ackermann-Gemeinde in München, begrüßen. Diese hatte mit bewirkt, dass die Kollekte vom diesjährigen Sudetendeutschen Tag nach Maria Stock geht: aufgerundet vom Sozialwerk der Ackermann-Gemeinde gehen 2500 EUR in die kulturellen Aktivitäten und 2500 EUR in die Renovierung der Kirche. Die musikalische Umrahmung besorgte Terezie Jindřichová, Vorsitzende des Pilsner Vereines der Deutschen. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Pilger vor dem Gotteshaus und genossen Würste, Gulasch, Kaffee und Kuchen. Kollekte: 3500,- Kč, 87,80 EUR. Vagelt´s Gott! 

Måla Richard (Šulko)

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Thu, 11 Jul 2019 15:12:43 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/wallfahrt-juli-m-stock-und-hutschastubn-in-falkenau
Egerländer Autorenlesung 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/egerlaender-autorenlesung-2019 Wenn Gotik Eghalandrisch begegnet!
Autorenlesung 20.- 23. Juni 2019 in Eger, Komotau und Aussig a.d. Elbe

Zu einem ganz besonderen Erlebnis wurden für den letzten im Egerland noch lebenden Autor Måla Richard seine Autorenlesungen, die er im Westen und Norden des Landes durchführte. Dank finanzieller Unterstützung seitens des BMI wurden wieder drei Orte ausgewählt und dazu die entsprechenden Partner, was sich als zukunftsweisend erwies.   

Dank der langjährigen Bekanntschaft mit der Ethnografin des Egerer Museums PhDr. Iva Votroubková wollte man die erste Freitagslesung im Egerer Stadtmuseum durchführen. Weil das Museum in diesem Jahr aber umgebaut wird, nahm Frau Votroubková die Egerer Stadtbibliothek mit ins Boot. Das war ein genialer Zug, auch wenn man die Lesung auf Donnerstag verlegen musste. Die Zusammenarbeit mit der Bibliothek und Frau Lenka Uhrinová war sehr professionell und wie sich bei der Lesung selber zeigte, arbeitet die Bibliothek mit ihren Lesern und Besuchern sehr gut zusammen: an der Lesung nahmen 25 Menschen teil! Auch die Direktorin der Bibliothek, Frau PhDr. Martina Kuželová war anwesend, sowie Frau Votroubková. Ein ganz besonderes Erlebnis hatte Vojtěch Šulko, welcher seinen Vater auf der Zither begleitete: Eine ältere Dame kam mit alten Fotos zu ihm und sagte: „Das ist meine Mama mit ihrer Zither und das bin ich mit meiner Familie. Wir stammen aus Schönbach“.

Standing ovation

Was den Egerländern aus Plachtin b. Netschetin in Komotau passierte, war einfach nicht zu glauben. Die zweite Lesung an dem Wochenende fand in Komotau statt. In dieser Stadt schon zum dritten Mal. Alice Hlaváčková von der örtlichen Grundorganisation des Kulturverbandes und Mitglied der Minderheitenkommission der Stadt organisierte hervorragend gemeinsam mit dem Komotauer Museum die Lesung in der ältesten Kirche der Stadt, in St. Katharina auf dem Markplatz. Diese Aktion, welche auch die Stadt in ihrer Stadtzeitung mit Werbung unterstützte, wurde also vom Minderheitenausschuss, der Museumsleiterin Mgr. Markéta Prontekerová, sowie vom anwesenden Kurator des Museums, Michal Bečvář unterstützt. Dass die Minderheiten so gut in der Stadt zusammenarbeiten konnte man an der Tatsache erkenn, dass sogar zwei Vietnamesische Vertreter anwesend waren, sowie die Vorsitzende dieses Ausschusses, Frau Renata Adamová. Die umwerfende Akustik des Gotteshauses krönte der Abschlussbeifall: die 20 Besucher standen auf und klatschten! Ein tiefgehendes Erlebnis…   

An der Elbe

Die dritte Lesung am Sonntag in Aussig a.d. Elbe unterstützte das Collegium Bohemicum o.p.s. mit seinem Direktor PhDr. Petr Koura, Ph.D. und stellv. Direktor und Kurator Mgr. Tomáš Okurka, Ph.D., sowie das Stadtmuseum.  Es ist bewundernswert, dass zu dieser Lesung doch zehn Leute kamen, darunter der überall bekannte Hans Adamec aus Aussig. Bei der Auswertung der Leserreise zeigte sich, dass die Zusammenarbeit mit Partnern Früchte bringt und dass  Interesse in der tschechischen Gesellschaft und zwar auch bei jungen Menschen besteht! Soweit die finanzielle Unterstützung vorhanden sein wird, wird im gleichen Umfang auch im nächsten Jahr weitergemacht.

Måla Richard (Šulko)

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Fri, 28 Jun 2019 11:36:48 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/egerlaender-autorenlesung-2019
Sudetendeutscher Tag 2019 in Regensburg http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/sudetendeutscher-tag-2019-in-regensburg Wunder zu Regensburg
70. Sudetendeutscher Tag in Regensburg 7.- 9. Juni 2019

Ganz nahe zur Grenze nach Tschechien fand das Jubiläumstreffen der Sudetendeutschen im Jahre 2019 statt: Regensburg, die historische Brücke nach Böhmen, begrüßte zu Pfingsten Deutschböhmen aus aller Welt. Regensburg als den Austragsort zu wählen wurde auch mit Hinsicht darauf gemacht, damit es immer mehr interessierte Tschechen nicht so weit haben. Der Bund der Deutschen in Böhmen, e.V. aus Plachtin b. Netschetin präsentierte sich wieder mit einem Infostand und aktiver Beteiligung am Programm.

Die Anreise am Freitagnachmittag verzögerte sich wegen Arbeitsverpflichtungen ein wenig, aber um halb fünf stand der Infostand in der Donauarena fertig da. „Da waren wir doch zum Hansi Hinterseer-Konzert“ erwähnte Irene Šulková, als sie am Haupteingang zu der Halle stand. Die Unterkunft, welche das BMI für die Teilnehmer aus Tschechien zahlte, war nur 10 Minuten von der Donauarena entfernt. Das war einfach super! Samstagmorgen: der Frühstücksraum füllte sich sehr schnell, als die Besucher aus Böhmen, Mähren und Schlesien kamen. Um 9.30 Uhr wurde direkt neben dem Infostand des Bundes die Aktionshalle eröffnet. Zur Tradition gehört neben dem Tomáš Spurný mit seinem Dudelsack auch ein Stamperl Becherbitter, der zum guten Gelingen ausgeschenkt wurde. Der Standdienst beginnt: weil die Aktionshalle kleiner war, füllte die sich ganz schnell. Es war aber schön gemütlich.

Kollekte für Maria Stock!

Der Samstagnachmittag gehörte auch der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Egerländer Kulturschaffender, die wichtige Programmpunkte zu behandeln hatte. Der Abend gehörte wiederum dem „Italiener“, bei dem das Abendessen stattfand. Sonntag früh erlebten Freunde der Wallfahrtskirche Maria Stock bei Luditz ein Wunder: der römisch-katholische Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer erklärte bei der Begrüßung: „Die Kollekte aus dem heutigen Pontifikalamt geht nach Maria Stock, einem ganz besonderen Wallfahrtsort in Westböhmen“. Die Pilger und Mitwirkenden aus Maria Stock, die in dem Augenblick in der Donauarena standen, mussten ihre Taschentücher suchen; denn eine Sammlung vom Sudetendeutschen Tag zu bekommen gleicht wirklich einem Wunder! Vagelt´s Gott an die Ackermann-Gemeinde und an den Bischof Vorderholzer! Diese Tatsache gibt den Aktiven in Maria Stock wieder Kraft zum Weitermachen.

Priester und Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung am Stand

Nach dem Gottesdienst folgte der Höhenpunkt der Begegnung: Einzug der Trachtengruppen. Zwei Vereine der deutschen Minderheit marschierten in die Donauarena hinein: zuerst der Bund der Deutschen in Böhmen und gleich hinter ihm der Bund der Deutschen-Landschaft Egerland: also zwei Egerländer Vereine! Nach dem Einmarsch ging es wieder schnell zum Infostand, denn die Besucher wollen informiert werden! Hunderte Menschen kamen vorbei: Deutsche, Tschechen, Österreicher und andere Nationalitäten zeigten Interesse an der Arbeit des Vereines aus Plachtin b. Netschetin. Zu den wichtigsten Besuchern konnte man P. Mons. Karl Wuchterl und die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Flüchtlinge Frau Sylvia Stiersdorfer, MdL. rechnen. Viele Begegnungen und eine Mundartlesung, die sehr gut besucht war, krönten den Pfingstsonntag. Schade, dass in Tschechien der Pfingstmontag kein Feiertag ist, denn einen schönen Ausklang mit einem gut gekühlten Bier hat dieses Wochenende schon verdient!

Måla Richard (Šulko)

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Fri, 28 Jun 2019 11:36:02 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/sudetendeutscher-tag-2019-in-regensburg
Jugendbegegnung Tepl 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/jugendbegegnung-tepl-2019 Wie riecht ein Stein?
(26. Jugendbegegnung in Tepl 30.5. -  2. 6. 2019)

Der Bund der Deutschen in Böhmen lud zu dem bei den Kindern beliebtesten Projekt ein: die 26. Jugendbegegnung im Stift Tepl. Bis 25 Teilnehmer aus Tschechien, Bayern und Baden Württemberg pflegten nach Christi-Himmelfahrt wieder den alten Klosterfriedhof: mit Gras mähen, rechen, Grabsteine aufstellen und Deutsch üben erlebten die arbeitsamen Egerländer bei sehr schönem Wetter tolle Stunden miteinander. Der Vorsitzende Måla Richard (Šulko) lud ein und berichtet:

Diese Tradition fing die Egerland –Jugend im Jahre 1991 an. Damals hieß es ein Zeichen setzen: die jungen Nachkommen der vertriebenen Egerländer, unter der Führung von Bernhard Glaßl,  fanden den alten Klosterfriedhof im Stift Tepl: von dort ging die Ausbildung in ganz Westböhmen aus. Schon ein Jahr später kamen die verbliebenen Egerländer aus Netschetin dazu und blieben treu bis heute. Der erste Teilnehmer kam schon am Vormittag des Feiertages am Donnerstag: Alexander Stegmaier, Bundesjugendführer der Egerland-Jugend. Später kamen dazu: die Vorsitzende des Vereines der Deutschen in Böhmen, Region Pilsen, e. V., Frau Terezie Jindřichová, der Vorsitzende des Vereins unter dem Dach, Herr Jiří Schierl und die Gmoivüastäihare der Egerländer Gmoi z Nürnberg, Ingrid Deistler, die mit ihrem Sohn Gerald ankam.

 

52 Grabsteine aufgerichtet

Die fünf Motorsensen fraßen sich in die Grashalme und nach 14 Stunden war der Friedhof gemäht. „Heute machen  wir einen Rekord in Grabsteinaufstellung“, meinte Jan Baumruk aus Pilsen. Der Bobcat von einer Baumfirma in Tepl kam am Freitag rechtzeitig an und deswegen konnte die Herausforderung beginnen: die ganz großen zuerst und die kleinen nur mit eigener Kraft, nachdem die Maschine weg musste. Kurz vor dem Abgang zum Abendessen am Freitag meldeten die „Grabsteinaufrichter“ Jan Baumruk und Vojtěch Šulko: „Wir haben 52 Grabsteine wieder aufgestellt“! Dank Zuwendung seitens des BMI konnte man den fleißigen Händen auch eine entsprechende Verpflegung anbieten: Schweinebraten mit Sauerkraut und Knödeln gaben am Freitagabend Kraft.

Ausstellung im Kloster

Nachdem Alex seine Motorsense auskühlen ließ, widmete er sich seinem Hobby: Grabsteinplatten zusammenkleben. Nach dem er weniger fand, als er hoffte, fing er an ein Loch in der Friedhofsmauer zu reparieren: einen Stein nach dem anderen in die Hände nehmen und zu versuchen ihn dort anzubringen, wo er mal war: das ist eine wahre Herausforderung, weil das im Unterschied zu einer Glasplatte eine 3D Aufgabe ist. Mit viel Liebe drehte der Alex die einzelnen Bruchteile in der Hand und drehte sie hin und her, hin und her, bis er die richtige Stelle fand. Manchmal half ihm dabei auch seine Nase, die er liebevoll an das Material andrückte. Was kann man wohl in diesem Augenblick riechen? Geruch der Erde, die von den Ahnen zum ertragreichen Feld umgewandelt wurde, Geruch der Pflanzen, die als stumme Zeugen liebevoll die Ruhestätte decken oder ein Geruch der Überreste der Lebewesen, die, wie die Verstorbenen, ein Teil von diesem Gottesacker wurden?  Als ein kleines Dankeschön für die Mühe besuchten die Teilnehmer die Klosteranlage, denn die meisten waren noch nicht dort gewesen. Auch eine Ausstellung mit dem Namen „Zeugen der Menschlichkeit“ über die Sudetendeutsche Christen, die sich den Nationalsozialisten entgegenstellten, konnte vor dem Mittagessen besichtigt werde. Das Jahr 2019 bedeutete für diese Maßnahme eine Rekordzahl, was für die Zukunft ein gutes Zeichen ist!

Måla Richard (Šulko)

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Fri, 14 Jun 2019 08:46:45 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/jugendbegegnung-tepl-2019
Das Strassenfest des Zukunftsfonds in Pilsen 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/das-strassenfest-des-zukunftsfonds-in-pilsen-2019 Wenn die Strohballen rollen
(Dt.-tsch. Straßenfest in Pilsen 25. 5. 2019)

Der Deutsch-tschechische Zukunftsfonds macht für die Verständigung unter unseren Völkern sehr viel. Die größte Wirkung erreicht man in Aktionen direkt unter Menschen. Wenn so ein Straßenfest mit einem guten Essen, gutem Programm und bei schönem Wetter durchgeführt wird, führt es immer zum Erfolg. Zum ersten Mal wirkte die Egerländer  Volkstanzgruppe Die Målas aus Plachtin b. Netschetin mit: beim Strohballenrollen.

Am Samstag, den 25. Mai lud der Deutsch-tschechische Zukunftsfonds nach Pilsen ein. Im Stadtpark Šafaříkovy sady, zwischen dem Fluss Radbusa und der ehemaligen Stadtmauer am Franziskaner-Kloster wurde mit Unterstützung der Stadt Pilsen und dem Bezirk Pilsen ein Fest für Jung und Alt vorbereitet. Die Musikbühne unter der Komerzbank bot Spitzenmusik aus Deutschland und Tschechien an: Slza, Teepee, Hundreds, Mydy Rabycad und Alice Francis. Sehr viel Engagement wurde den Kleinsten gewidmet: Märchen, Werkstätten oder Wettbewerbe: hier konnten die Kinder etwa erleben! Auch der Deutsch-tschechische Kindergarten Junikorn hatte seinen Stand und bot einiges an.

 

200 Kilo und acht Hände

Ein sehr beliebter Programmpunkt war das Strohballenrollen. Zum ersten Mal in Berlin von den böhmischen Exulanten im Jahre 1620, nach der Schlacht am Weißen Berg, vorgeführt. Bei so einer Aktion dürfte selbstverständlich auch nicht die Egerländer Volkstanzgruppe „Die Målas“ fehlen. Vormittags noch Tanzprobe und Nachmittag, mit neuen einheitlichen T-Shirts ausgestattet, schon waren wir im Pilsner Park: zuerst wurden die Infostände und Werkstätte besucht und kurz nach 16 Uhr wurde es ernst: Kurze Vorstellung, Handschuhe anziehen und sich die Regeln anhören: „Sie dürfen nicht den Seitenzaun berühren, nicht dem Wettbewerber seine Route kreuzen und so schnell, wie möglich ins Ziel kommen“!  Nun ging es los: an der Startlinie stand neben den Egerländern das vierköpfige Team des Ackermann-Gemeinde. Bis kurz vor dem Wendepunkt hatte das Team der deutschen Minderheit einen leichten Vorsprung. Am Wendepunkt sind sie aber nicht mit dem ganzen Strohballenumfang über die Wendelinie gefahren und mussten noch kurz zurück. Das reichte den „Ackermännern“ um den Vorsprung zu gewinnen. Das ganze Fest war eine schöne Sache, die der Völkerverständigung einen guten Dienst erwies.

Måla Richard Šulko

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Thu, 30 May 2019 08:45:06 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/das-strassenfest-des-zukunftsfonds-in-pilsen-2019
Muttertag und Andachten um Netschetin 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/muttertag-und-andachten-um-netschetin-2019 Wenn die Mutter Gottes das Wetter lenkt
(Dt.-tsch. Maiandachten um Preitenstein und Muttertag 11. 5. 2019)

Der Monat Mai ist bei den Christen mit der Muttergottes verbunden. Das schönste Zeugnis des Glaubens und der Verehrung Marias sind die Maiandachten, die im Freien  veranstaltet werden. Auch der Bund der Deutschen in Böhmen veranstaltet schon mehr als 20 Jahre Deutsch-tschechische Maiandachten. Im Jahre 2019 wurden wieder drei Orte ausgesucht: Plachtin/Plachtín, Preitenstein/Hrad Nečtiny und Deutsch Neustadtl/Nové Městečko. Anschließend fand im Schloss Preitenstein die Muttertagfeier des Bundes statt.

Die Mühe, mit welcher die Egerländer aus Netschetin und Umgebung die Hl. Maria ehren, belohnte sie selber auf einer ganz besonderen Art: trotz Hagel, Gewitter und strömendem Regen an dem ganzen Nachmittag war es bei den Andachten trocken! Bei der ersten Maiandacht am Plachtin, bei der Muttergottes-Kapelle am Dorfplatz, schien sogar die Sonne! Der Ablauf ist immer in etwa wie folgt: nach einem tschechischen Einführungslied und der Begrüßung durch den Pfarrer erkling die Lauretanische Litanei in Tschechisch. Danach kommen ein Wort Gottes und eine kleine Predigt. Der zweite Teil ist dann Deutsch: Muttergottes-Litanei und ein deutsches Marienlied. Heute führte die Andachten der österreichische Pater Günther Ecklbauer, OMI, der die Christen aus Netschetin betreut. Er war noch nie in Deutsch-Neustadtl und wünschte sich dort bei der Kapelle die Maiandacht durchzuführen.

 

Eine Torte besser als die andere

Nachdem die erste Andacht bei Sonnenschein beendet wurde und die Teilnehmer sich bei den „Målas“ zum Kaffeetrinken versammelten, ging draußen die Hölle los: Gewitter, Hagel und Regen. „Gut, dass die nächste Andacht in der gräflichen Gruft stattfindet“, meinte P. Ecklbauer. Als die Teilnehmer an der Preitensteiner Gruft ankamen, war es trocken: nur auf dem Boden lag Hagel. Die Gesänge in der Gruft  sind immer ein ganz besonderes Erlebnis: die Akustik ist einfach überwältigend! Auch die dritte, nach Wunsch an der Kapelle am Deutsch-Neustadtl durchgeführte Andacht, fand im Trockenen statt. Es kamen drei Tschechinnen hinzu. Als man sie darauf aufmerksam machte, dass die Gläubigen auch ein deutsches Marienlied singen werden, weil das eben eine Deutsch-tschechische Andacht ist, sagte die eine: „Das macht nichts aus, wir wohnen hier schon lange und wissen, dass Deutsche hier sind“. Erfreulich ging es also zum Abschluss des Tages: Muttertag im Schlossbüro des Vereines. Weil am nächsten Tag unser Mitglied Terezie Jindřichová, die den deutschen Verein in Pilsen leitet,  Geburtstag hatte, feierten die Anwesenden gleich mit. Die Torten, die drei „Mouhmen“ mitgebracht hatten, waren einfach köstlich, sowie das Zitherspiel, welches Vojtěch Šulko darbot. Ein wahrer, würdiger Samstag!

Måla Richard Šulko

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sun, 26 May 2019 10:40:49 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/muttertag-und-andachten-um-netschetin-2019
Denkmal in Langgrün 2019 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/denkmal-in-langgruen-2019 Fünf Jungendliche durch eine Panzerfaust getötet
(Wallfahrt nach Maria Stock 1. 5. 2019 und Denkmalweihe Langgrün)

 

Das nicht mehr existente Dorf Langgrün/Dlouhá bei Buchau/Bochov erlebte am 1. Mai 2019 eine ganz besondere Feierstunde. Der „Verein für Dokumentation und Erneuerung der Denkmäler um Karlsbad“ nahm sich schon im Jahr 2017 des zerstörten Kriegerdenkmals im erloschenen Dorf Langgrün an. Unter der Führung vom Vorsitzenden dieses Vereines, Jaroslav Vyčichlo, wurden Gespräche mit dem Vorstand des Truppenübungsplatzes Hradiště, Oberstleutnant Petr Vašíček, aufgenommen, sowie mit den Vertriebenen Langgrünern, an der Spitze mit Josef Pilz. Am 1. Mai wurde das komplette Denkmal durch P. Vladimír Müller neu eigeweiht.

Das Dorf Langgrün hatte im Jahre 1945 um die 800 Bewohner. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und der nur kurz dauernden Nachbesiedlung von Tschechen wurde es im Jahre 1953 Teil des größten Truppenübungsplatzes in Tschechien Hradiště/Höfen. Heute kann man von diesen Dorf nur Umrisse von Häusern finden und den mit Steinen ausgelegten Bachlauf des Lammitzbaches. Am 19. September 1920 wurde auf dem Hügel Heinberg ein Denkmal für 45 Opfer des Ersten Weltkrieges eingeweiht. Geschaffen wurde es vom Bildhauer Josef Böhm aus Hermannsdorf b. Tepl. Nach 1945 wurde das Denkmal umgeworfen und die Steinplatten durch Partisanen zerschlagen. Scheinbar nur Dank der Tatsache, dass die Gegend Militärsperrgebiet war, lagen die Teile des Denkmals bis 2017 noch an der Stelle und sind nicht anderweitig verwendet worden.

Vorbildliche Zusammenarbeit

Auf Initiative vom „Verein für Dokumentation und Erneuerung der Denkmäler um Karlsbad“ kam es zu Gesprächen zwischen diesem Verein, der Militärverwaltung und den vertriebenen Egerländern aus Langgrün. Am 1. Mai 2019 war es soweit: am erneuerten Kriegerdenkmal, welches vom Restaurator Micha Durdis repariert wurde, versammelten sich etwa 20 Menschen: neben den Vertretern des Vereines, wie z.B. Jaroslav Vyčichlo oder Miloš Bělohlávek, auch der  Vorstand des Truppenübungsplatzes, Hradiště Oberstleutnant Petr Vašíček, sowie deutsche Langgrüner und drei Vertreter des „Bundes der Deutschen in Böhmen“ aus Netschetin, die mit dem Vorsitzenden Måla Richard Šulko an der Spitze und mit der Vereinsfahne anreisten. Miloš Bělohlávek sagte in seiner Ansprache: „Dieses Denkmal ist das letzte, was von diesem großen Dorf übrigblieb. Es erinnert nicht nur an die Gefallenen und Vermissten, es erinnert auch an hunderte Menschen, die hier lebten und leider auch die Tragödie derer, die dieses Dorf verlassen mussten. Solange wir diese Menschen in Erinnerung haben werden, wird das Dorf Langgrün leben“. 

Hier wurden sie tödlich verletzt

Nach der Weihe, bei der kein Auge trocken bleib, als das Solo „Ich hatte einen Kameraden“ erklang, machte sich die Gruppe auf den Weg zum Plesselberg. An der Stelle, wo am 9. Mai 1945 fünf Jugendliche tödlich verunglückt waren blieben alle stehen: Richard Šulko las den Bericht über das Geschehnis, welches der Zeitzeuge Josef Pilz zusammengefasst hatte: „Am 9. Mai 1945 am späten Nachmittag fanden 5 Buben eine Panzerfaust. Durch das Berühren mit einem Stock an dem Zünder explodierte dieser Blindgänger und alle 5 Jugendliche kamen ums Leben. Es war entsetzlich: dem einen riss es die  Arme weg, den anderen die Beine und Augen. Drei waren sofort tot, die anderen zwei lebten noch einen Tag.

Die Namen der Kinder:

Alois Nürnberger aus dem Haus Nr. 111, Alter 12 Jahre

Anton Langhammer aus dem Haus Nr. 19, Alter 13 Jahre

Richard Wolf aus dem Haus Nr. 131, Alter 10 Jahre

Adolf Richter aus dem Dorf Nr. 74, Alter 11 Jahre

Ewald Wölflik aus dem Haus Nr. 71, Alter 11 Jahre.“

Nach dem Gebet zerstreute Frau Helene Pilz an der Stelle rosa Rosen. Wieder eine bewegende Stunde, an der alle an die unschuldigen Opfer der Kriege gedachten. Damit wurde ein sehr gefühlsreicher Nachmittag beendet, der noch sehr lange im Gedächtnis der Teilnehmer bleiben wird.

96 Pilger in Maria Stock

Am Vormittag des 1. Mai begrüßte Maria Stock die Pilger mit Kälte und Regen. Während des Rosenkranzes, welchen zweisprachig Olga Hejhalová und Richard Šulko beteten, kamen 96 Pilger! Die Hl. Messe, welche vom Abt des Prämonstratenser Stiften in Tepl, P. Zdeněk Filip Lobkowicz, OPraem, geführt wurde, wurde durch zwei Trachtenträger und die Vereinsfahne verschönert. Als zweiter Priester kam der unermüdliche Prager P. Ing. Mgr. Vladimír Slámečka, Ph.D. Als Ministranten halfen auch Richard Šulko jun. und Richard Šulko, d. jüngste. mit.  Musikalische Umrahmung besorgte Terezie Jindřichová, Vorsitzende des Pilsner Vereines der Deutschen. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Pilger vor dem Gotteshaus und genossen Würste, Kaffee und Kuchen. Kollekte: 4791 Kč, 53,30 EUR. Vagelt´s Gott auch den „Putzkräften“, die die Kirche am Dienstag vorbereitet hatten: Jiří Schierl mit seiner Frau Lenka, Elfriede Šulko und Irene Šulková!

Måla Richard Šulko

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Tue, 07 May 2019 06:26:11 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/denkmal-in-langgruen-2019
Ostern 2019 in Netschetin http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/ostern-2019-in-netschetin Ostern in Netschetin 2019

Osterzeit ist bei den Egerländern nicht nur mit Kirchenbesuch verbunden, sondern auch mit vielen anderen Bräuchen. Einer der schönsten Bräuche ist das “Ratschngehen“. Früher sind die Jungs auf den Dörfern von Gründonnerstag bis Karsamstag mehrmals am Tag mit ihren „Klåpparkastan“, „Schnorran“ und Rumplkastan“ herumgezogen und ersetzten das Glockengeläut. Am Samstag wurden dann die Gaben dafür gesammelt. Die folgenden Zeilen berichten über die Osterzeit heute im östlichen Egerland, in Netschetin/ Nečtiny und wie der Bund der Deutschen in Böhmen die Traditionen der deutschen Vorfahren hochhält.

Im Jahre 2019 leben die Menschen von ihren Familien fern und in der ganzen Welt zerstreut. Sehr oft müssen die Menschen auch am Karsamstag oder Ostersonntag zur Arbeit gehen, denn die Automobilindustrie läuft 24 Stunden jeden Tag. Dank der Tatsache, dass die tschechische Christliche Partei wenigstens den Karfreitag als Feiertag durchsetzte, konnten sich auch an dem Tag die „Ratschnboum“ auf den Weg machen. Der Start ist immer beim „Potina“. Nach dem Spruch:

„Klåppa, klåppa oins, döi Henna kröigt a kloins.
Klåppa, klåppa zwoa, döi Henna liegt a Oa(r.
Klåppa, klåppa drei, i(ch gröigt a brav´s Wei(b.
Klåppa, klåppa vöiara, wenn´s uns recht v(ü)l gibt´s, is uns tausendmål löiwa(r“!

Bei dem „geratscht“ wird, bekommen die Kinder Schokolade oder Eier, die großen aber ein „Stamperl“. Es wird weiter zu den Bekannten und Mitgliedern gezogen: Familie Šojsl, Bubaneč, Gasthaus „Am Rathaus“, Museum und Familie Kapr. Damit ist Netschetin „abgedeckt“ und nun wird am „Lager“ hochgeklettert, zu dem alten Waldweg von Preitenstein nach Netschetin.

Erste Engel des Herrn

Nach der Ankunft an der Kapelle „Im ZOO“ beteten die Wanderer den ersten „Engel des Herrn“ und die erste Verschnaufpause folgte. Am „Wawateich“ kann man sich entscheiden, ob man rechts zum „Grünen Kreuz“ geht, oder direkt bergauf nach Deutsch Neustadl/Nové Městečko. Die Mehrheit wählte den sehr steilen Weg. Bei der dortigen Kapelle kam der zweite „Engel des Herrn“. Das Hochklettern vom „Wawateich“ nach Dt. Neustadl reichte aber den Kindern nicht aus: „Wir müssen auf die Burg“ sagte der Richard V. Proteste der Älteren halfen nichts und deswegen wurde auf die Burgruine Preitenstein hochgeklettert. Schöne Aussicht auf das Schloss und die langsam grüngewordene Natur war für die Pilger ein kleiner Lohn für die Mühe. Das Kaiserwetter und die Wärme machten aus diesem kleinen „Kreuzweg“ einen schönen Wandertag durch unsere Heimat.

Wenn Osterruten geflochten werden

Nach mehreren weiteren Besuchen und Gebeten erreichten die „Ratschnboum“ nach mehr als vier Stunden Plachtin. Eine richtige Stärkung beim Mittagessen konnten die Pilger aber nicht erwarten: es war Karfreitag und Fleischverbot. „Platzkan“ mit Quark gaben weniger Kraft, aber Hauptsache wir kamen gesund an unserem Reiseziel an. Auch die Kinder bekamen für ihre Mühe Geld und viele Süßigkeiten. Am Abend führte dann der Weg in die St. Johannes d. Täufer-Kirche in Manetin. Samstagvormittag wird ein wenig gearbeitet und dann hieß es „Weide suchen“. Leider verloren die zwei schönsten Weidenbäume im Dorf  vor zwei Wochen ihre Zweige, weil sie jemand abschnitt. Sie lagen aber Gott sei Dank noch bei den Stämmen. Wenn man vier Enkelkinder hat, muss man eben fünf Osterruten flechten, dazu braucht man 40 Weidenzweige und dazu noch etwa fünf dickere, um den Griff zu machen. Kurz vor Mittag war alles fertig: der Ostermontag kann kommen! Die Vigil am Abend feierten die Christen auch in Manetin, wo zentral an die Auferstehung Christi gedacht wurde.

Egerländer in der Netschetiner Kirche

Das Fest der Auferstehung Christi wurde in der Netschetiner St. Jakobus-Kirche gefeiert. Die Hl. Messe zelebrierte P. Petr Dombek, OMI. Beide Ministranten waren Egerländer. Der „Weihrauchspezialist“ war Vorsitzender vom Bund der Deutschen in Böhmen, Måla Richard, in Tracht. Nach der Messe bedankte sich P. Dombek für die schöne Athmosphäre, welche der Weihrauch und die Nachmittagssonne ausmachten. Die Besucherzahl war auch schön, etwa 30 Gläubige kamen zu dem größten Fest der Christen. Nach der Messe folgte ein Familientreffen, welches am nächsten Tag fortgeführt  wurde. Davor musste man aber mit der Osterrute den Umgang machen. Freunde wurden besucht, ein Bierchen oder ein „Stamperl“ getrunken. Man musste aber aufpassen, denn am frühen Nachmittag ging es noch zum Gottesdienst in die Wirschiner St. Bartholomäus-Kirche. Die Osterzeit 2019 war wieder eine sehr schöne Zeit, mit viel Sonnenschein und voll gepumptem Programm.

Måla Richard (Šulko)

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Fri, 03 May 2019 10:20:18 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/ostern-2019-in-netschetin
Frühjahrstagung ADV+LV in Prag http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/fruehjahrstagung-adv-lv-in-prag Frühjahrstagung der Landesversammlung
mit Botschaftsbesuch
29.- 30. März 2019 in Prag

Deutsche Minderheit in der deutschen Botschaft

Zum alljährlichen Treffen der Deutschen Minderheit lud der deutsche Botschafter, Dr. Christoph Israng am Freitag, den 29. März ein. Bei diesem Treffen konnte der Beauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius begrüßt werden. Bei dieser Begegnung ging es nicht nur um die Präsentationen der Projekte von der Landesversammlung und dem Kulturverband, sondern auch um den Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Vereinen der dt. Minderheit bei Kaffee und Kuchen. Zum Abschluss des Tages konnten die Teilnehmer ein ganz besonderes Konzert erleben: das Eröffnungskonzert der LV-Tournee von Renata Drössler, die in mehreren Sprachen, z.B. auch jüdisch singt.

Arbeitsgemeinschaft deutscher Vereine

Am Samstag folgte dann die ordentliche Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Vereine Von 16 Verbänden waren 22 anwesend, die Versammlung war also beschlussfähig, Hans Dieter Korbel wurde einstimmig zum Leiter der Versammlung gewählt. Das Programm wurde einstimmig angenommen. Frau Grit Radeske vom BMI begrüßte die Anwesenden und erwähnte kurz den Ablauf der Projektarbeit. Martin Dzingel gab als Geschäftsführer der Landesversammlung seinen Bericht ab.  Am Anfang seines Berichtes konnte Alena Buková-Vízková den Revisionsbericht abgeben. Weiterhin berichtete Dzingel über die Kontrolle der Projekte, die die Vereine abrechneten und über seine weiteren Aktivitäten seit der Herbsttagung. Auch weitere Präsidiumsmitglieder gaben ihren Bericht ab. Richard Neugebauer berichtete über seine Teilnahme am Regierungsrat für die Minderheiten, der unter dem Vorsitz von Premierminister Andrej Babiš stattfand. Die Zusammenfassung der deutschen Gräber bezahlt die tschechische Regierung. Grabenpflege soll auch in der Zukunft aus dem Staatsetat bezahlt werden.

Projektarbeit

Im weiteren Tagesablauf wurden auch die Projekte aus dem Jahr 2018 und für 2019 besprochen. Des Weiteren berichteten die einzelnen Vereine und Begegnungszentren über die Projekte und Aktivitäten in den Regionen. Man konnte sehen, dass die Aktivitäten sehr reichhaltig sind und sie decken die verschiedensten Arbeitsfelder ab: von der Kinder–und Jugendarbeit bis zur Pflege der Denkmäler. Im weiteren Programmablauf wurden auch praktische Fragen geklärt, wie z.B. Delegiertenplätze der einzelnen Vereine oder der Beratungsstatus der befreundeten gemeinnützigen Gesellschaften. Nach dem Mittagessen wurde noch die Willenserklärung 2019 der Landesversammlung besprochen, sowie die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft und dann wurden alle Beschlüsse von den Delegierten der Landesversammlung angenommen und alle konnten sich wieder auf den Heimweg machen: nach Böhmen, nach Mähren und nach Schlesien.

Måla Richard (Šulko)

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Fri, 03 May 2019 10:09:50 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/fruehjahrstagung-adv-lv-in-prag
Sudetendeutsches Mundartseminar 2018 http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/sudetendeutsches-mundartseminar-2018 Wellness für die Seele
42. Sudetendeutsche Mundarttagung 8.- 10. März 2019 in Bad Kissingen

Immer Anfang März führen die Wege der aus Böhmen, Mähren und Schlesien stammenden Mundartsprecher nach Bad Kissingen, wo eine Mundarttagung stattfindet. So war das auch am zweiten Wochenende im März 2019. Drei Tage lang konnte man Fachvorträge hören und jeder konnte die Mundart seines Heimatdorfes präsentieren. Die beliebteste Tätigkeit ist immer die Hausaufgabe, die jeder Teilnehmer mitbringen muss.

Nach der Anreise und Genuss von Kaffee und Kuchen führten die Wege in den Besprechungsraum, wo die Begrüßung durch die Vorsitzende des Freundeskreises, Frau Ingrid Deistler, erfolgte. Die Einführung ins Programm machte die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen Frau Dr. Zuzana Finger. In der Vorstellungsrunde konnte jeder über seine Herkunft und sein Schicksal erzählen. Monika und Franz Hanika erzählten über eine „Friedländer Kaffeerunde“ in Hünfeld, wo die Isergebirgs-Mundart gepflegt wird. Roland Hahn aus Bernklau brachte sein Egerland-Deutsches Wörterbuch aus Bernklau, Wustung und Gamling mit. Aus Mokrau b. Luditz kam Herr Rudolf Klieber, der noch im Egerland geboren wurde. Beim Federnschleißen konnte er nach der Vertreibung mit seinen Schwestern Mundart sprechen.  Aus dem heutigem Tschechien kamen zur Sitzung: Alois Galle aus dem Adlergebirge und der Måla Richard aus dem Egerland. Der schönste Begriff kam bei der Vorstellungsrunde von Frau Renate Lux: „diese Begegnung ist für mich immer  ´Wellness für meine Seele“.

Vortragssamstag

Der Samstag gehörte den Fachvorträgen. Als erster kam Dr. Mojmír Muzikant von der Brünner Universität mit dem Vortrag „Zu einigen Besonderheiten in den deutschen Dialekte Mährens und Schlesiens“ an die Reihe. Das Interessanteste waren wohl die verschiedenen Personalpronomina im Schönhengst und die These, dass der Olmützer Bischof Bruno von Schauenburg, der aus Holstein stammte, ins Zwittauer Gebiet im 13. Jahrhundert Kolonisten mitbrachte. „Was heißt ´Schlesien' und in unseren Mundarten ´schlesisch´?“ hieß der Vortrag vom Dr. Richard Rothenhagen. Frau Etta Engelmann aus Falkenau stammend, hatte eine Schreibwerkstatt übers Schreiben einer Kurzgeschichte vorbereitet. Eine solche soll nicht mehr als 15 Seiten haben und soll „ein Stück vom herausgerissenen Leben“ beschreiben. „Man beschreibt nur das, was man durch ein enges Röhrchen sieht“. „Schmückende“ Worte sollten auch benutzt werden, Abstraktes ist zu vermeiden. Viel Spaß machte die Aufgabe: man sollte einen gefräßigen Partner beschreiben, welchem ich in einem Restaurant begegne. Sehr amüsante Aufgabe vor dem Mittagessen! 

Deutsche Minderheit in Tschechien und die Mundarten

Herr Mgr. Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, berichtete über die Mundart als Muttersprache bei der deutschen Minderheit in Tschechien und über die aktuelle Lage der deutschen Sprache im Land. Der interessanteste Teil war die Rätselecke, in dem die Seminarteilnehmer Begriffe in Mundart aus dem Adlergebirge zu erkennen versuchten. Nach Martin Dzingel folgte wieder die Schreibwerkstatt mit Etta Engelmann, die bis zum Abendessen dauerte. Nach dem Abendessen trafen sich alle Teilnehmer wieder im Besprechungsraum und es wurde weitergearbeitet. Es wurden die weiteren Hausaufgaben vorgetragen und die verschiedensten Volkslieder erklangen auch an diesem Abend. Der Sonntagvormittag startete mit dem Vortrag vom Marek Halo: „Wetter und Tätigkeiten auf dem Feld, im Hof und im Garten“. Weil Halo verhindert war, trug seinen Vortrag Dr. Richard Rothenhagen vor. Nach weiteren Mundartpräsentationen wurden noch Themen für die nächste Mundarttagung am 6.- 8. März 2020 besprochen und dann hieß es nur: „Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal“!

Måla Richard (Šulko)

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richard@deutschboehmen.com (Richard Šulko) Sat, 16 Mar 2019 11:31:07 GMT http://www.deutschboehmen.com/berichte/berichte/sudetendeutsches-mundartseminar-2018