Egerländer Kultur bewahren
(Gekürzter Text aus dem Artikel in der „Sudetendeutschen Zeitung“ vom 13. März 2026 vom Markus Bauer)
Richard Sulko bringt die Egerländer Kultur in die Öffentlichkeit. „Ich bin der letzte Autor in Böhmen, der seine Texte noch in Egerländer Mundart verfasst.“ Dieses Kulturgut wolle er vorstellen und lebendig halten. Das war auch bei der Autorenlesung im Café Pernsteiner by Sipl in Regensburg am 20. Februar, wozu etwa 25 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen.
Unter den gut 20 Text- und Liedbeiträgen waren auch einige in Hochdeutsch. Ganz neu – erst vor sechs Wochen entstanden – war eine Erzählung über die Heiligen Drei Könige. Diese schenken, ähnlich wie bei Otfried Preußlers „Die Flucht nach Ägypten. Königlich böhmischer Teil“, dem Jesuskind regionale Produkte, unter anderem deftiges Essen und Bier.
In einem weiteren Text ging es mit Blick auf einen vertriebenen Onkel um die Frage, ob „geblieben“ besser als „vertrieben“ sei. Sulkos Fazit: „Daham bleibt daham!“
Der Text „Stumme Zeugen“ handelt von Personen, die die deutsche Vergangenheit dokumentieren, da ihre Namen etwa in Kirchen und Kapellen verewigt sind und vor allem an christlichen Feiertagen öffentlich sichtbar werden. „Mein Schicksal wird hier lebendig“, lautet ein Satz, in dem der Autor auch Schicksale aus der eigenen Familiengeschichte anklingen lässt.
Aus der Heimat
In seiner Heimatregion spielt auch die Kurzgeschichte „Der Geist vom schwarzen Teichl“, die im Faschingstreiben beginnt. Die Gedichte Sulkos behandeln die Liebe in unterschiedlichen Kontexten – etwa Heimatliebe – oder die fünf Finger und deren Bedeutung im Laufe des Lebens.
In die Heimatregion führt auch die Wintergeschichte „Schwanenwald“ sowie ein Text über den Brauch des Federnschleißens, verbunden mit Erinnerungen bis in das Jahr 1939 und damit auch auf Spuren der Vergangenheit.
Sulkos tief christlich‑katholische Prägung zeigte sich auch im Gedicht „Ostern“ sowie in den in vielen Texten durchschimmernden Botschaften von Nächstenliebe, Nachsicht und Verständnis.
Die Lieder, bei denen ihn sein Sohn Vojtěch auf der Zither begleitete, waren traditionelle Stücke aus dem Egerland und dem Erzgebirge. Inhaltlich ging es unter anderem um die Liebe in ihren vielfältigen Formen – zur Mutter, zur Heimat, zur Natur oder zu Christus.
So sang Sulko etwa das Lied „Die Gärtnerin“, in dem es um versprochene, aber letztlich nicht eingehaltene Liebe geht. Das älteste Lied, das er singe, sei „Es war amal a Müllerin“, das von einer stolzen Müllerin erzählt.
Auch bekannte Lieder wie „Grüß dich Gott, mei Erzgebirg“ oder „Heint scheint der Mond so schia“ durften nicht fehlen. Nach den Text‑ und Liedvorträgen beantwortete Sulko Fragen aus dem Publikum und ging dabei auch auf die Strukturen der deutschen Vereinigungen in der Tschechischen Republik sowie auf Schwierigkeiten bei der Jugend‑ und Nachwuchsarbeit ein.