"Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.", Sitz: Netschetin / Nečtiny in Tschechien ist ein Verein der deutschen Minderheit in Westböhmen.

Vereinszweck:

  • Erhalt der deutschen Sprache und des „Egerländer Kulturerbes“
  • Schutz der Interessen der deutschen Minderheit
  • Völkerverständigung, insbesonders zwischen GER und CZE

Beutelratte
- 33. Dt. - tsch. Jugendbegegnung im Stift Tepl 14. - 17.  Mai 2026 -
Richard Šulko

Auch im Jahre 2026 konnten sich die Kinder und Jugendlichen vom “Bund der Deutschen in Böhmen“ auf den Weg nach Tepl, in das dortige Prämonstratenser Stift, machen. Die schon 33. Deutsch- tschechische Jugendbegegnung konnte wieder, dank des „Bundesministeriums des Innern,“ stattfinden. Dieses beliebteste Projekt der Jugendarbeit des egerländer Vereines aus Plachtin b. Netschetin ist gekennzeichnet durch viel Spaß, Deutschüben und Freundschaft. Auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Tepl wird mit dieser Aktion bekräftigt.

Als erster kam an Christi Himmelfahrt ich zu dem alten Klosterfriedhof: das ist der Vorteil, wenn man in der Rente ist! Zuerst wurden die eingekauften Getränke und das Material aus dem Wagen in die Gruft getragen und dann konnte ich mich schon in die Arbeitskleidung umziehen. Gerade noch rechtzeitig: der Bundesjugendführer der „Egerland- Jugend“ Alexander Stegmaier aus Wasseralfingen kommt gerade angefahren, dabei ist sein Cousin Christopher Seufferle. „Heuer ist das Gras nicht so hoch“ waren die ersten Worte des Alexanders. „Ja, das stimmt, es war längere Zeit trocken und heuer ist das Fest zwei Wochen früher, als im letzten Jahr,“ gab ich ihm zur Antwort.  Kurz nach Eins fraßen sich zwei Motorsensen in das Gras.  Bis fünf Uhr wurde gearbeitet, weil das Wetter gut war. Christopher stieg auf die Kuppel der Gruft und mit mitgebrachter Dachpappe dichtete er das Dach ab. Er ist ein Zimmerer und kann sich in der Höhe ohne Schwindelanfälle gut bewegen. Die hohe Leiter stellte die Stadt Tepl zur Verfügung. Am Abend kamen dann nach der Arbeit, weil Christi Himmelfahrt in Tschechien kein Feiertag ist, weitere Helfer aus Pilsen, Kladno, Kumerau, Kalchreuth und Tlučná. Diese jungen Leute mussten Urlaub für den Freitag anmelden, damit sie dabei sein können.

Bilinguales Spiel

Wie am Freitag, so auch am Samstag, wurde fleißig gearbeitet. Weil 30 Helfer nach Tepl kamen, gingen die Arbeiten sehr gut voran. Die drei Schubkarren und ein „Big Bag“ waren dauernd im Einsatz, sowie 20 Rechen und drei Heugabeln. Freitagvormittag kam Regen: so, wie die Wettervorhersage war. Wenn es ganz schlimm wurde, konnte man sich in der Gruft verstecken, aber wenn es nur noch so „herzieferte“, wurde durchgearbeitet, denn der alte Friedhof ist sehr groß und man kann sich nicht schnell zwischen den Grabsteinen und Grabumrandungen mit der Motorsense bewegen. Freitagabend wurden etwa 90 Prozent der Fläche gemäht, jedoch nicht gerecht, das geht nämlich viel langsamer. Nach dem Abendessen am Freitagabend                nahm sich Dr. Marie Malivánková Wasková aus Pilsen   dem   Deutschunterricht   an.   Sie   wärmte   zuerst   die   Kinder   mit   einem Memory-Spiel auf und dann wurde es lustig: Zweisprachig haben die Kinder (auch Gerald Deistler aus Kalchreuth machte mit) einzelne Begriffe auf das Papier aufgeschrieben, dann zugedeckt und weitergegeben. Nach sechs Runden wurden die „Sätze“ vorgelesen: das war aber ganz schön lustig! Vor allem der Satz mit der „Beuteltratte“ fang großes Echo! Nach einem guten Abendessen ging es ins Bett und der   letzte   Arbeitstag konnte   kommen!   Samstagvormittag kam   sogar   die Sonne heraus und das übliche kalte Wetter im Tepler Hochland war auf einmal ganz angenehm.

Tandem aus Pilsen half…

Samstagnachmittag   wurden   die   letzten   Grashalme   gemäht   und   das   eifrige Rechen und Abtransportieren begann. Fertig! Als ein kleines Geschenk für die Schinderei wurde für die Gruppe eine Führung durch die Barockstollen gemacht. Ein schönes Erlebnis vor allem für die Kinder! Noch vor dem Abendessen folgte eine Präsentation über die letzten 20 Jahre Begegnung vom Richard Šulko Jr. und es wurde wieder Deutsch unterrichtet: Dr. Malivánková Wasková benutzte die Arbeitshefte, die uns freundlicherweise das Koordinierungszentrum Tandem aus Pilsen   schenkte.   Ein   gutes   und   reichhaltiges   Abendessen   krönte   diese Begegnung, die die deutsche Minderheit mit den Nachkommen der vertriebenen Egerländer wieder zusammenbrachte. Es waren acht Kinder aus der deutschen Minderheit dabei, alle vom „Bund der Deutschen in Böhmen!“  Am Sonntag wurde noch   die   Hl.   Messe   in   der   Klosterkirche   besucht   und   ein   Spaziergang   im Klosterpark gemacht. Nicht nur der Erik und Johann aus Kladno besuchten die Wasserspiele am Kloster, es war auch ein beliebtes Ziel vor allem für die Kinder. Nach dem Mittagessen fuhren die Teilnehmer wieder nach Hause: es war wieder eine sehr gelungene Aktion!