"Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.", Sitz: Netschetin / Nečtiny in Tschechien ist ein Verein der deutschen Minderheit in Westböhmen.

Vereinszweck:

  • Erhalt der deutschen Sprache und des „Egerländer Kulturerbes“
  • Schutz der Interessen der deutschen Minderheit
  • Völkerverständigung, insbesonders zwischen GER und CZE

Zwei Mal Mutter Gottes am Wochenende
- 4. Juli in Schönfeld, 5. Juli 2026 in Maria Stock -

Richard Šulko


Das erste Wochenende im Juli 2026 konnten sich die „verbliebenen“ Egerländer aus Plachtin bei Netschetin so richtig austoben. Dank der Einladung unseres Mitglieds Roman Schlossbauer aus Schönfeld (Krásno) bei Falkenau, hatte sich ein Kleinbus mit den Tänzerinnen und Tänzern der Egerländer Volkstanzgruppe „Die Målas“, die vom Deutschen Bundesministerium des Innern und vom Tschechischen Kulturministerium unterstützt wird, Richtung Schönfeld auf den Weg gemacht.

Schönfeld ist eine alte Bergbaustadt, in der auch noch Deutsche leben. Der Anlass war die berühmte Wallfahrt zur „Gnadenreichen Statue Mutter Gottes Maria“ in der dortigen St. Katharina- Kirche. Die Stadt Schönfeld veranstaltete dafür ein schönes Stadtfest. Ein Programmteil war auch der Auftritt der „Målaboum“ und der „Målas.“ Obzwar der Bus rechtzeitig aus Pilsen wegfuhr, wurde es knapp: vor Theusing wird die Straße saniert und vor der Ampel gingen zehn Minuten von der kostbaren Zeit verloren. Kurz nach halb zehn waren wir jedoch in Schönfeld. Schnell noch die Vereinsfahne auspacken und dann ging es schon im Eiltempo zu dem alten historischen Glockenturm hinter der Kirche. Der wurde sehr aufwendig renoviert und der Pilsner Bischof Mons. Tomáš Holub führte eine feierliche Weihe durch. Der Bürgermeister von Schönfeld, Josef Havel stellte dabei die Restaurierung des Glockenturmes vor und ein Grußwort sprach auch der örtliche Priester P. Miroslav Chlupsa, O.Cr. aus Elbogen. Nach der Weihe ging es in Prozession in die Kirche. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch die Gruppe „Elegance“ begleitet. Nach dem Festgottesdienst kniete Bischof noch vor der Gnadenstatue nieder und betete eine kurze Litanei. Danach hörten die Anwesenden noch ein kleines Konzert auf der Orgel, vorgetragen durch Ivana Měsičková. Mitgespielt haben die Jagdhornbläser des Kaiserwaldes: „Corni di Egra“.

Von „Haint scheint da Moun(d sua schäin“ bis „These Boots Are Made for Walking”

Das Nachmittagsprogramm im Park hinter der Kirche starteten die Jagdhornbläser. Mit klassischen, aber auch modernen Musikstücken spielten sie zum Mittagessen, denn alle Teilnehmer waren schon ganz schön hungrig. Die Stadt bot kostenlos für alle Bier, Limo, Kaffee, Schnitzel und Gulasch an. Speziell das Gulasch war super: würzig und heiß. Mit dem Pilsner Bier bildete es ein schönes Paar. Nach „Corni di Egra“ kamen die „Målaboum,“ Richard und Vojtěch Šulko aufs Podium. In einem vierzig Minuten langen Programm boten sie Volkslieder aus dem Egerland und dem Erzgebirge dar. An dem Tag kamen nicht so viele Deutsche zum Fest, aber es sangen doch mehrere Leute mit. Nach den „Målaboum“ kam die Egerländer Volkstanzgruppe „Die Målas“. Sie führte drei Egerländer Volkstänze auf: „Howansook,“ „Schäi(n lustigh u kerngout“ und den „Egerländer Walzer“. Das war eine spannende Angelegenheit, weil das Podium zu klein und uneben war, und man musste im Gras mit Sandweg vor dem Podium tanzen. Alles ist aber gelungen.

Ein Österreichischer Country-Star in Schönfeld…..

Eine sehr große Überraschung war der Auftritt von der „Cat Lion“ aus München. Die Österreicherin ist ein großer Star und man kann der Stadt Schönfeld, in der Countrymusik gerne gehört wird, nur gratulieren! Das hätte ich in unserem Egerland nicht erwartet. Die Cat Lion ist: InterContinental Music Award Winner 2025, Texas Sounds International Country Music Award Show 2024 und German Country Music Award Winner 2023!

Mit ihrem Mix aus traditionellen Roots und modernen Einflüssen sorgt Cat Lion für frischen Wind in der Country-Community. Nach Auftritten auf den renommiertesten Festivals zählt die Sängerin und Songwriterin heute zu den aufstrebendsten und aufregendsten Solokünstlerinnen der europäischen New Wave Of Country Music – wie sie mit ihrem Debütalbum „On My Cloud“ (Veröffentlichung am 30.5.2025) beweist! Alle Songs entstanden in den renommierten Sound Emporium Studios in Nashville, wo Cat die erste Riege der amerikanischen Country Music um sich versammelte. Gemeinsam mit Allstars wie Jon Conlay (Johnny Cash, LeAnn Rimes), Dan Dugmore (Linda Ronstadt, Billy Ray Cyrus) oder Michael Rojas (Faith Hill, Lady Antebellum) beleuchtet sie alle Facetten der Liebe: Sehnsucht und Romantik, aber auch Enttäuschung und Einsamkeit – immer verbunden mit dem Mut zur Veränderung und dem Glauben an sich selbst. Stilsicher kombiniert das charismatische Rhinestone Cowgirl geerdeten Country Rock mit eingängigem Pop und ihren unverwechselbaren Westernhut mit einer eleganten High-Fashion-Ästhetik zu einem kraftvollen Crossover, mit dem Cat Lion ihren Status als eines der außergewöhnlichsten neuen Gesichter im Genre unterstreicht! (Quelle: https://catlionmusic.com/ )

Mit einem schönen Arrangement konnten wir mehrere schönen Country-Songs hören, darunter auch „These Boots Are Made for Walking.”  Danke an die Stadt und die dortige katholische Gemeinde für die Einladung!

In Maria Stock…

Am Sonntag, den 5. Juli führte der Weg nach Maria Stock. Für einen Mitorganisator eine Pflicht. Hauptzelebrant war der Abt des Prämonstratenser Stiftes in Tepl, P. Filip Zdeněk Lobkowicz, OPraem. Die musikalische Begleitung übernahm Frau Ladislava Pfeferová aus Kladno. Die hl. Messe war sehr gut besucht, Deutsche kamen diesmal weniger. Das Trachtenpaar, ich mit meiner Frau, übernahm die Fürbitten. Vor dem Gottesdienst betete meine Frau Irene noch den Rosenkranz vor. Nach der hl. Messe versammelten sich dann alle noch im alten Pfarrgarten, wo das Theusinger Restaurant Sokolovna Erfrischung vorbereitet hatte. Man konnte die Kirche, das verlassene Dorf, neue Glocken und Grafiken von Teilnehmern des Projekts „Briefe aus dem Gasthaus“ besichtigen. Eine nette Begegnung war mit dem ehemaligen Bürgermeister von Schlackenwerth, Josef Železný, der mit seiner Frau auch nach Maria Stock gekommen war.

Es war ein schönes „Maria-Wochenende“!

 

 

 

 

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