"Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.", Sitz: Netschetin / Nečtiny in Tschechien ist ein Verein der deutschen Minderheit in Westböhmen.

Vereinszweck:

  • Erhalt der deutschen Sprache und des „Egerländer Kulturerbes“
  • Schutz der Interessen der deutschen Minderheit
  • Völkerverständigung, insbesonders zwischen GER und CZE

„Bund der Deutschen in Böhmen“ aktiv beteiligt
(67. „Sudetendeutscher Tag“ in Nürnberg 14.- 15. Mai 2016)

Richard Šulko

 

Neuer Infostand

Für einen Sudetendeutschen Verein gehört das „Pfingstreffen“ zu den wichtigsten Terminen im Jahresverlauf. Auch für den „Bund der Deutschen in Böhmen, e.V.“ war es also eine Selbstverständlichkeit nach Nürnberg zu fahren um dort seine Arbeit zu präsentieren. Mit einem neuen „Layout“, welches historische Ansichtskarten von Netschetin und Umgebung zeigte und mit neun Beteiligten, die alle in Tracht kamen, konnte sich die breite Öffentlichkeit mit den Aktivitäten unseres aktiven Verbandes bekanntmachen. Am Samstag ist es immer ruhiger und damit bleibt auch Zeit, andere Infostände zu besuchen. Als zweiter „Vizepräsident“ der „Landesversammlung der Deutschen Vereine in der Tschechischen Republik e.V.“ interessierte ich mich vor allem für die Präsentation der deutschen Vereine in Tschechien. Wenn man durch die Halle 12 auf der „Nürnberger Messe“ geht und sich die Stände ansieht, kann man sich einen sehr guten Eindruck über die ausgezeichnete Arbeit der deutschen Minderheit in Tschechien machen. Mit zwei Auftritten war unser Verein auch in das Veranstaltungsprogramm eingebunden: beim „Bundesfrauenarbeitskreis der ´Sudetendeutschen Landsmannschaft‘ “ hat mein Sohn Vojtěch für die musikalische Umrahmung mit seiner Zither gesorgt. Ich konnte wiederum als Ersatz bei Mundartlesungen am Pfingstsonntag mitwirken.

In der Tagesschau

Das Programm am Pfingstsonntag fängt immer sehr früh an. Schon um neun Uhr beginnt das römisch-katholische Pontifikalamt, heuer mit S.E. Prof. Dr. Rudolf Voderholzer als Hauptzelebrant. Immer wieder ist es ein tiefes Erlebnis, wenn tausende Stimmen die „Schubertmesse“ singen. Nach der Messe heißt es immer: „Jetzt aber schnell zur Aufstellung zum Einmarsch der Trachten“. Heuer war der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer früh da und damit war die Aufstellung noch ein wenig stressiger, als sonst. In diesem Jahr konnte man sagen, dass es ein historischer Tag war: zum ersten Mal entsandt die tschechische Regierung einen Minister zu dieser Veranstaltung. Mit seiner Rede hat der tschechische Kulturminister Daniel Herman die Herzen der Anwesenden gewonnen und einen ganz wichtigen Schritt in Richtung ausgezeichnete deutsch-tschechische, bayerisch-tschechische und sudetendeutsch-tschechische Beziehungen gemacht. Man muss den Mut der pro-europäisch orientierten Prager Regierung mit Hochachtung anerkennen. Nach einer kleinen Stärkung durch einen „Böhmischen Knacker“ und nach der Mundartlesung ging es wieder schnell zu unserem Infostand, um hunderte Fragen zu unserer Arbeit zu beantworten. Schade, dass Minister Herman wegen Zeitmangels nicht zu unserem Stand kommen konnte, denn der befand sich in der hinteren Halle, von der Frankenhalle aus gesehen. Ich konnte mich aber wenigstens bei ihm persönlich für die Unterstützung des Kulturministeriums für unseren Verein bedanken. Schade, dass der Pfingstmontag in unserem Land kein Feiertag ist, sodass man die zwei Tage am Sonntagabend schön „ausklingen“ lassen könnte: man muss den Stand einpacken, um am späten Nachmittag vor allem mit den kleinen Kindern zuhause zu sein. Man ist nach diesen zwei anspruchsvollen Tagen sowieso ganz „fix und fertig“. Eine schöne Krönung unserer Beteiligung in Nürnberg war die Tatsache, dass unsere Trachtengruppe bei der „Tagesschau im Ersten“ um zwanzig Uhr im Bericht beim Einmarsch der Trachten zu sehen war. Es war wieder ein gelungenes Wochenende!